Bakterien in Milch und Rindfleisch können Arthritis auslösen

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Ein Stamm von Bakterien, der natürlich in Milchprodukten und Rindfleisch vorkommt, könnte bei Menschen mit entsprechender genetischer Veranlagung, die Erkrankung an rheumatischer Arthritis begünstigen.

Rheumatische Arthritis: Zusammenhang mit Morbus Crohn?

Zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam der University of Central Florida am College of Medicine.  Das untersuchte mycobacterium aviem paratuberculosis, kurz MAP, findet sich bei ungefähr 50 Prozent der Rinderbestände in den amerikanischen Staaten. Das Bakterium kann über den Genuss von infizierten Kuhmilchprodukten oder Rindfleisch auf den Menschen übertragen werden. In einer Vorangegangenen Studie fand Saleh Naser, ein Spezialist für infektiöse Erkrankungen und einer der beteiligten Forscher, eine Verbindung zwischen MAP und Morbus Crohn. Nicht zuletzt, weil in der Therapie oft die gleichen Medikamente eingesetzt werden. Bei 78 Prozent der 100 Studienteilnehmer mit rheumatischer Arthritis wurde eine Mutation auf dem PTPN2/22-Gen gefunden. Auch Patienten mit Morbus Crohn wiesen eine genetische Mutation an dieser Stelle auf. Wiederum 40 Prozent der Teilnehmer mit diesem genetischen Defekt wurden positiv auf eine Infektion mit MAP getestet. So kam die Vermutung auf, dass auch ein Zusammenhang zwischen dem Bakterium und einer rheumatischen Arthritis bestehen könnte.

Rheumatische Arthritis, wenn das Immunsystem verrückt spielt

Rheumatische Arthritis ist eine entzündliche Autoimmun-Krankheit, die das Immunsystem dazu verleitet die Gelenke, Muskeln, Knochen und Organe der Betroffenen anzugreifen. Die Patienten leiden unter großen Schmerzen und haben teilweise Deformationen an Händen und Füßen. Die Krankheit tritt vermehrt in einem Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf, kann aber prinzipiell jede Altersgruppe betreffen. Frauen leiden dreimal Häufiger an RH als Männer. „Wir kennen die Ursache von rheumatischer Arthritis nicht, daher sind wir sehr erfreut, dass wir diesen Zusammenhang gefunden haben“, äußert sich Dr. Shazia Bég, ein Rheumatologe und ebenfalls an der Studie beteiligter Wissenschaftler. Es sind aber noch weitere Forschungsarbeiten notwendig, um die genaue Rolle von MAP bei einer RH-Erkrankung herauszufinden. Und damit möglicherweise einen Weg sowohl die autoimmunen, als auch die entzündlichen Symptome in den Griff zu bekommen.

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