Darum sind Fischstäbchen ungesund

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Sie sind beliebt, man muss für die Zubereitung nicht viel Zeit aufwenden und schmecken tun sie nicht nur Kindern. Die Rede ist von Fischstäbchen! Aber bei weitem nicht alle tiefgekühlten und quadratischen Filets sollte man nach aktuellen Tests ohne Bedenken verzehren.

Seit Jahrzehnten füllen verschiedene Fischstäbchen-Hersteller die Tiefkühlfächer der Supermärkte. Die panierten Produkte erfreuen sich weltweit einer großen Beliebtheit. In der Verarbeitung wird dabei zumeist der Alaska-Seelachs verwendet, wobei vereinzelt auch Atlantischer Kabeljau oder weitere Weißfischsorten gefischt werden. Anschließend filetiert man die Tiere in den meisten Fällen noch an Bord der Schiffe, kontrolliert sie mehrfach auf Grätenrückstände und friert die Filetstücke ein. An Land werden die Fische von einer Mischung aus Speisesalz, Kartoffelstärke, Mehl und Gewürzen umgeben. Im letzten Schritt folgt eine Panade aus Semmelbröseln, die mit Paprikapulver gefärbt wird, bevor die Fischstäbchen kurz frittiert werden.

Aber wird beim fischen auf eine umweltfreundliche Fangmethode geachtet oder werden den Fischstäbchen unter Umständen gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe hinzugegeben? Diese Fragen stellten sich Forscher, die ihre teils ernüchternden Ergebnisse nun veröffentlichten.

Fettschadstoff-Belastung entdeckt

Die gute Nachricht zuerst: Bei keinem der untersuchten Fischstäbchen konnten Mineralölbestandteile festgestellt werden, die in anderen Lebensmitteltests sonst häufig auftauchen. Ebenso blieben gefährliche Keimbelastungen erfreulicherweise aus. Fünf von insgesamt 20 Fischstäbchen wiesen dagegen in Laboruntersuchungen erhöhte Fettschadstoff-Gehalte auf. Der spezifische Fettschadstoff 3-MCPD kann zu nachhaltigen Nierenschäden führen, weshalb das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Senkung des Fettschadstoff-Gehalts in Lebensmitteln angeordnet hat. Eine dauerhafte Aufnahme ebenjener stellt nämlich vor allem bei Kindern ein erhöhtes gesundheitliches Risiko dar, welches es zu vermeiden gilt.

Kritik an Fangmethoden

Grundschleppnetze werden auch heutzutage noch bei der Fischerei eingesetzt. Dabei werden die Meeres- und Seebewohner mit Netzen hinter einem Schiff hergezogen. Die kritischen Stimmen gegen den Einsatz der Schleppnetzfischerei werden aber immer lauter. Bei dieser Fangmethode werden der Meeresgrund, vor allem Riffe aus Kaltwasserkorallen, zunehmend zerstört sowie die Artenvielfalt gefährdet. Nichtsdestotrotz fängt man sogar spätere Bio-Produkte mit Grundschleppnetzen aus der Nordsee, was Umweltschützer und Forscher nicht befürworten können. Um dauerhafte Schäden zu vermeiden, geben die Produktanbieter an, die Netze wären mit 1,4 statt gebräuchlichen vier Tonnen relativ leicht und werden immer in denselben Korridoren eingesetzt, um eine großflächige Zerstörung von Kaltwasserkorallen zu vermeiden. Nachhaltig verursachte Schäden können dadurch natürlich trotzdem nicht gänzlich verhindert werden.

Ein weiteres Manko stellt die fehlende Angabe der Herkunft der Fische auf der Verpackung der Fischstäbchen dar. Als Verbraucher möchte man idealerweise natürlich wissen, wo der Fisch gefangen wurde, sucht nach der Information aber meist vergebens. Lediglich ein weiterführender Hinweis taucht bei vereinzelten Herstellern auf. Eine lückenlose sowie transparente Darstellung der Lieferketten gilt deshalb künftig definitiv als erstrebenswert.

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