Die Tricks mit dem Zucker

Zucker ist nicht gleich Zucker und deshalb schwer zu erkennen. Die Lebensmittelindustrie versucht mit einfachen Tricks den genauen Zuckergehalt zu verschleiern. Unsere Verbraucherzentralen betrachteten bei einer Untersuchung jetzt den Zuckergehalt von 276 Lebensmitteln. Ihr Fazit: Für Laien ist der Zuckeranteil oft kaum zu erkennen!

Die Verbraucherzentralen prüften in einer Untersuchung 276 unterschiedliche Lebensmittel auf ihren Zuckergehalt. In der Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Baden Württemberg (23. Juli 2013) wurden jetzt erste Ergebnisse veröffentlicht.

Zucker ist günstig

Zucker ist für die Lebensmittelindustrie sehr günstig und wird auch deshalb gerne und viel eingesetzt. Das Hilft beim Sparen für die Zutaten vom Endprodukt. Neben dem geringen Preis hat der beliebte Süßmacher aber noch weitere Vorteile bei der Verarbeitung. Seine geschmacksverstärkende und konservierende Wirkung machen Lebensmittel wohlschmeckend und haltbar. Zudem liefert es bei der Herstellung zusätzliche Masse und sorgt für eine gute und angenehme Konsistenz.

Unbekannter Zucker in Lebensmitteln

Zucker ist ein bekannter Dickmacher, den viele Verbraucher versuchen zu meiden. Deshalb versucht die Lebensmittelindustrie mit Tricks den wahren Zuckergehalt und die Kalorienbilanz der Nahrungsmittel zu verschleiern. Neben der eindeutigen Bezeichnung „Zucker“ fanden die Verbraucherzentralen noch insgesamt 70 weitere unterschiedliche Angaben für Zuckerarten. Diese reichten von Dextrose, Malzextrakt, Süßmolkenpulver, Fruchtsüße bis hin zu Direktsäften. Für einen Laien sind diese Inhaltsstoffe leider meist nicht als Zucker zu erkennen.

Verbrauchertäuschung: „wenig Zucker“ und Co

Neben der Verwirrung der Verbraucher durch eine Kennzeichnung mit den vielen verschiedenen Zuckerarten finden sich aber noch viele weiter Tricks im Repertoire der Lebensmittelindustrie. So haben etwa Produkte mit der Aufschrift „wenig Zucker“ nicht unbedingt auch weniger Kalorien. Auch das Versprechen „ohne Zuckerzusatz“ suggeriert dem Verbraucher Zuckerfreiheit. Dabei wird nur kein weiterer Zucker zugesetzt, wenn das Lebensmittel von Natur aus schon Zucker enthält.

Auf einigen Verpackung wird der Zuckergehalt nur pro Portion angegeben. Dies haben die Verbraucherzentralen häufig auf Erfrischungsgetränken festgestellt. Der Zuckergehalt pro Flasche liegt dann häufig weit über der empfohlenen täglichen Dosis von 90 Gramm.

Wie kann ich mich vor Zucker schützen

Viele Verpackungen enthalten bereits eine Nährwerttabelle. Hier kann geprüft werden, wie viel Zucker bzw. Kalorien sich wirklich in den Lebensmitteln befinden. Allerdings ist diese erst ab Dezember 2016 verpflichtend.

Bis dahin empfiehlt WirEssenGesund einfach selbst kalorienarm zu kochen. Wer sich mit frischen, noch nicht weiterverarbeiteten Obst und Gemüse ernährt wird nie ein Problem mit seiner Ernährung bekommen!

Letztes Update vom
Bewerte diesen Beitrag:

Wie denkst du darüber?

Frisch ins Postfach?

Verwandte Themen?