Joggen oder Walken, was ist gesünder?

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Was ist besser für die Gesundheit und Fitness, anstrengendes Joggen oder moderates Walken? Laut einer US Studie haben beide Bewegungsarten den gleichen positiven Effekt auf die Gesundheit. Hier sind sich aber nicht alle einig. Wir haben unterschiedliche Ansichten verglichen.

Eines wird dabei eindeutig klar – beides schadet keinesfalls!

Richtig Schwitzen und einfach mal voll auspowern. Das gehört zu einem gesunden Lebenswandel einfach mal dazu und ist viel besser für die Gesundheit, als es nur gemütlich anzugehen – so zumindest der allgemeine Tenor. Aber stimmt das? Lebt derjenige der sich beim Sport richtig verausgabt gesünder und länger, oder reicht es auch wenn man es langsamer angehen lässt? Dazu gibt es ganz unterschiedliche Ansichten, die wir kurz vergleichen wollen.

Bisher wurde immer nur der Zeitaufwand als Maßstab für die intensive körperliche Aktivität herangezogen. US Forscher haben jetzt die Wirkung von Joggen bzw. Walken auf die Gesundheit und Fitness untersucht. Bewertungsgrundlage waren hier allerdings die zurückgelegte Strecke und noch wichtiger – der Energieverbrauch. Dazu haben sie eine Studie an 30.000 Joggern und 16.000 Walkern durchgeführt.

Das Ergebnis war erstaunlich. Für die Gesundheit und die Fitness ist es egal ob man walkt oder läuft. Ausschlaggebend ist einzig und allein der Energieverbrauch des Körpers. Diese Ergebnisse haben jetzt die beiden Forscher Paul Thompson und Paul Williams vom Lawrence Berkeley National Laboratory in einem Fachartikel im Arteriosclerosis, Thrombosis and Vascular Biology, dem Journal der amerikanischen Herzvereinigung veröffentlicht. Demnach sind bei gleichem Kalorienverbrauch auch die Auswirkungen auf Gesundheit und Fitness vergleichbar. Das Maß der verbrauchten Energie ist entscheidend für die positiven Effekte auf Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterinspiegel und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gerade hier sind gehen und joggen gut vergleichbar, da beide Bewegungsformen die selben Muskeln beanspruchen.

Eine besondere Rolle spielt hier aber der Faktor Zeit. Für den gleichen Kalorienverbrauch muss ein Walker deutlich mehr Zeit investieren als jemand der joggen geht. Auch die Strecke die ein Walker für den gleichen Kalorienverbrauch benötigt ist deutlich länger. Daran liegt wohl auch die Ursache, dass Jogger tendenziell fitter sind als Walker. Jogger können im gleichen Zeitraum einfach deutlich mehr Kalorien verbrennen.

Auch nach Auffassung von Tim Meyer, Ärztlicher Direktor des Instituts für Sport-und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes, kann der Kalorienverbrauch als eine entscheidende Größe der Gesundheit und der Fitness herangezogen werden. Darüber hinaus weißt er aber auch auf eine taiwanesische Studie von Chi Pang Wen vom National Health Research Institut in Zhunan hin. Unter dessen Leitung wurden 2012 für eine Studie 416000 Teilnehmer untersucht. Hierbei wurden nicht die sportliche Aktivität auf die Gesundheit und Fitness untersucht sondern die Sterblichkeit der Teilnehmer ermittelt. Dabei kam der taiwanesische Forscher zu dem Ergebnis, dass intensiver Sport deutlich lebensverlängernde Effekte hat. Nur 15 Minuten Sport täglich vermindert das Sterblichkeitsrisiko um 14 Prozent. Jede weitere Trainingseinheit von 15 Minuten täglich brachten hier weitere vier Prozent und senkte das Risiko für Krebs um 1%.

Obwohl die forschungsfragen bei den beiden Untersuchungen unterschiedlich waren und somit andere Ziele verfolgt wurden ist eines deutlich geworden. Bewegung fördert unsere Gesundheit und macht uns fit. Anscheinend schadet ein bisschen Anstrengung auch nicht für ein paar zusätzliche glückliche Jahre auf dieser Welt.

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