Küchenkräuter – Übersicht und Verwendung

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Unter Kräuter werden heute ganz allgemein verschiedene Heil-, Gewürz- und Duftpflanzen verstanden. Zu unterscheiden sind hier auch die Würz- und Küchenkräuter, sie verbessern oder beeinflussen den Geschmack von Gerichten. Die wichtigsten Kräuter und deren Verwendung wollen wir euch vorstellen.

Küchenkräuter richtig verwenden

Das meiste Aroma haben Küchenkräuter dann, wenn sie noch frisch sind, also direkt vor dem Gebrauch geerntet werden. Folglich sollten sie auch geschnitten oder gekauft werden, wenn sie anschließend auch zeitnah verarbeitet werden. Alternativ eigenen sich auch gefrorene Kräuter, denn auch sie enthalten noch zahlreiche Aromastoffe und durch das Einfrieren können diese über längere Zeit konserviert werden. Wer frische Küchenkräuter im Bund kauft, sollte diese entsprechend möglichst schnell ins Wasser stellen, damit sie länger frisch bleiben.

Wer sich für getrocknete Kräuter entscheidet, hat zwar lange lagerfähige Küchenkräuter, muss diese später beim Kochen jedoch deutlich höher dosieren, damit er den selben Geschmack erreicht. Am besten werden die getrockneten Kräuter dunkel und luftdicht verschlossen. Selbst getrocknete Kräuter leiden durch lange Lagerung und verlieren an Geschmack. Wer also bereits vorher weiß, dass er bestimmte Küchenkräuter nur selten verwendet, der sollte diese auch nur in geringen Mengen kaufen.

Verschiedene Sorten Küchenkräuter

Das Wissen um Küchenkräuter hat sich im Verhältnis zu unseren Großelterns Zeiten deutlich reduziert. Meist werden nur noch wenige fertige Gewürzmischungen verwendet, deren Zusammensetzung und enthaltenen Kräuter den meisten gar nicht mehr bekannt ist. Aus diesem Grund möchten wir euch einen Teil der Vielfalt der Kräuterküche kurz vorstellen:

Basilikum (Ovimum basilicum)

Das stark und durchdringen schmeckende Kraut kommt nicht wie viele denken mögen aus Italien, es stammt ursprünglich aus Indien. Seine Beliebtheit erhält erhält e in Italien, da es sehr gut zu Tomaten passt. Neben Tomatengerichten wird es auch gerne in Pesto verwendet. Basilikum gibt es getrocknet, in Öl konserviert oder zur Saison zwischen spätem Frühling und Sommer auch frisch.

Beinwell (Symphytum officinale)

Beinwell lässt sich ähnlich verwenden wie Borretsch und ist auch mit diesem verwandt.

Rauher Beinwell

Rauher Beinwell

Bergamott (Monarda didyma)

Wir kennen Bergamott als Pfefferminzpflanze, welche sich auch im Early-Grey-Tee wieder findet. Was aber nicht bekannt ist, ist dass sie sich auch sehr gut zum Würzen von Salaten eignet.

Gemeiner Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze ist können frisch und jung geerntet als Salatzugabe verwendet werden. Auch passen die Blätter sehr gut zu Currygerichten. Auch die Samen können gemahlen als Würzmittel genutzt werden.

Borretsch (Borago officinalis)

Nicht umsonst heißt Borretsch auch Gurkenkraut. Es passt sehr gut zu Gurkensalat, Quark und Joghurtspeisen. In England wird es auch gerne als Zugabe in Mixed-Drinks verwendet.

Borretsch

Borretsch

Bohnenkraut (Satureja hortensis)

Das Bohnenkraut ist sehr aromatisch und passt nicht nur zu Bohnengerichten. Es hilft vor allem schwere und fettige Gerichte geschmacklich zu verbessern. Das Winterbohnenkraut ist im Vergleich etwas milder und feiner im Geschmack und nicht ganz so aromatisch.

Dill (Anethum graveolens)

Klassischerweise wurde Dill viel zum Einlegen verwendet. Er passt aber auch sehr gut zu Suppen, Salate und Soßen. Neben den kleinen Blättern können auch die Samen zum Würzen genutzt werden. Sie schmecken jedoch deutlich strenger, als die Dillblätter.

Dotterblume (Calendula officinalis)

Neben seiner Eigenschaft als Gewürz wird die Dotterblume auch gerne als Farbstoff für Käse, Pasteten und Kuchen hergenommen. Als Gewürz eignet es sich insbesondere für Reisgerichte, Suppen und Salate.

Dotterblume

Dotterblume

Engelwurz (Angelica officinalis)

Der Stengel des zur Familie der Petersilie gehörenden Engelwurz wird gerne kandiert zum Backen verwendet. Ansonsten gilt die Wurzel auch als Droge.

Epazote (Chenopodium amprosiodes)

Bei uns weniger bekannt ist die Epazote, auch Mexikanischer Tee, Wurmsamen, Gänsefuß oder Jerusalemeiche genannt. In der mexikanischen Küche wird das Kraut sehr häufig als allgemeines Würzkraut verwendet, bei uns ist es eher als Tee gebräuchlich.

Estragon (Artemesia dracunculus)

Der Estragon ist sehr aromatisch und mit dem Wermut verwandt. Neben dem französischen Estragon gibt es auch den etwas weniger und großblättrigeren russischen Estragon. Oft genutzt wird Estragon in Sauce Hollandaise, Sauce Béarnaise oder Kräuterbutter.

Estragon

Estragon

Fenchel (Foeniculum vulgare)

Klassischerweise wird die Knolle des Fenchel als Gemüse verkocht. Die Blätter sind jedoch auch als Beigabe im Salat Geschmack erzeugen oder in Füllungen jeder Art mit verwendet werden. Neben der Knolle und den Blätter lassen sich auch die Samen verwenden, sie schmecken leicht nach Lakritze.

Hopfen (Humulus lupulus)

Am bekanntesten ist der Hopfen als Bierwürze. Dort findet er auch seine meiste Anwendung. Die jungen Triebe lassen sich aber auch als Gemüse, Tee oder Salat verwenden.

Hopfen

Hopfen

Kamille (Anthemis nobilis)

Die Kamille ist dem Gänseblümchen sehr ähnlich, ist auch wild wachsend sehr verbreitet und wird zum Teil zur Dekoration beim Anrichten verwendet oder meist in Form von Kamillentee getrunken.

Kamille

Kamille

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Ursprünglich wurde die aus Peru stammende Kapuzinerkresse lediglich als dekorative Pflanze gezüchtet. Sowohl die bunten Blüten, als auch die pfeffrigen Blätter können mit in den Salat gegeben werden. Auch die Samen lassen sich einlegen und anschließend ähnlich wie Kapern verwenden.

Kerbel (Anthriscus cerefolium)

Die petersilienähnliche Pflanze wird als feinstes Kraut der französischen Küche bezeichnet. Kerbel eignet sich zum Würzen von Suppen, Salaten und Füllungen und wird am besten frisch verwendet.

Kerbel

Kerbel

Koriander (Coriandrum sativum)

Der eigentlich zur Familie der Karotten gehörende Koriander ist besonders beliebt in der asiatischen Küche. Dort gibt es kaum ein Gericht in dem er nicht mit verwendet werden kann. Neben den Blättern werden insbesondere in Thailand die Wurzeln des Koriander mit in Currys verarbeitet und mit den Samen werden alkoholische Getränke wie Gin gewürzt.

Echter Koriander

Echter Koriander

Liebstöckel (Levisticum officinale)

Den aromatischen Geschmack verleiht dem Liebstöckel sein Öl. Stengel und Wurzel der Pflanze können wie der Sellerie gekocht oder wie der Engelwurz kandiert werden. Mit den Blättern oder Samen lassen sich Salate Suppen oder Soßen würzen.

Lorbeer (Laurus nobilis)

Während manche Lorbeerarten durchaus giftig sind, können die getrockneten Blätter des Lorbeerbaumes sehr gut zum Würzen genutzt werden. Insbesondere Suppen, Eintöpfe und oder Soßen lassen sich mit Lorbeer verfeinern.

Majoran (Origanum majorana)

Vom Namen her lässt sich der gezüchtete Majoran auch mit dem wilden Majoran (Oregano) verwechseln. Sowohl frisch, als auch getrocknet passt er sehr gut zu Suppen, Eintöpfe, Füllungen oder Kartoffelgerichten.

Majoran

Majoran

Minze (Mentha)

ES gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Minzsorten. In der Küche werden am besten jedoch die Frauenminze (gemeine Gartenminze) oder die Apfelminze genutzt. Damit werden Salate und Füllungen aromatisiert, Süßspeisen verfeinert oder Tees zubereitet.

Minze

Minze

Oregano (Origanum vulgare)

Am bekanntesten ist die Verwendung von Oregano in italienischen Gerichten, jedoch verwendet auch die griechische und asiatische Küche reichlich davon. Es passt zu Pizza genauso wie zu Käse, Tomaten, Bohnen und Auberginen.

Petersilie (Petroselinum crispum)

Bei der Petersilie lässt sich zwischen drei verschiedenen Arten unterschieden: glatte Petersilie, krause Petersilie und Wurzelpetersilie. Alle drei sind in unserer heimischen Küche weit verbreitet und finden ihre Anwendung in Salaten, Suppen, zur Dekoration, in Soßen oder Füllungen.
Pimpernelle

Glatte Petersilie

Glatte Petersilie

Rosella (Hibiscus sabdariffa)

Deutlich bekannter als hierzulande ist Rosella in Asien, Latein- oder Südamerika bekannt. Dort wird es aufgrund seiner fleischig roten Kelchblätter gezüchtet und für Drinks und Eingemachtes verwendet. Man kennt es auch unter Flor de Jamaica und Sauerklee.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Das Kraut aus dem Mittelmeerraum ist sehr aromatisch. Die harten und spitzen Blätter enthalten Kampferöl, welche für dieses Aroma verantwortlich sind. Als Pulver ist es nicht mehr ganz so stark, wie als frisches Blatt, weshalb oftmals nur das Pulver verwendet wird oder alternativ der Stengel samt den Blättern nur für kurze Zeit mit gekocht oder gebraten wird und anschließend wir der entfernt wird.

Salbei (Salvia officinalis)

Ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt der Salbei. Er ist sehr aromatisch, wobei jedoch je nach Sorte der Geschmack und auch die Farbe der Blätter stark variieren. Salbei erschlägt sehr schnell andere Geschmacksnuancen und sollte deshalb eher dosiert verwendet werden. Es passt gut zu Füllungen, Schmorgerichten oder auch Kartoffeln.

Salbei

Salbei

Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die Schafgarbe wächst in der Regel wild und ist sehr gesund. Sie wird in der Küche kaum noch verwendet. Der Geschmack ist ähnlich dem des Kerbel. Am besten passt die Schafgarbe zu Salaten.

Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Die Schnittlauch ist ein Zwiebelgewächs und gehört wohl zu den am meisten verbreiteten Kräutern in unseren Küchen. Verwendet wird er nahezu überall: Salat, Suppen, Soßen, Dekoration usw…

Sellerie (Apium graveolens)

Vom Sellerie verwendet man von der Staude, den Blättern bis zu dem Samen alles. Am meisten verbreitet ist er zum Würzen von Suppen oder Eintöpfen. Man kann Sellerie aber auch als Schnitzel panieren.

Sellerie

Sellerie

Thymian (Thymus vulgaris)

In der italienischen Küche ist Thymian eines der verbreitetsten Kräuter. Es gibt ihn in vielen verschiedenen Arten und kann zum Würzen von Soßen, Suppen und Eintöpfen verwendet werden.

Verbene (Thymus vulgaris)

Das Kraut stammt aus Südamerika und verleiht Getränken und Salaten einen leichten Zitronengeschmack. Verwendet wird es sowohl frisch, als auch getrocknet.

Waldmeister (Aspevula odorata)

In Deutschland und Österreich ist der Waldmeister vor allem in Verbindung mit Wein bekannt. Aus ihm wird die traditionell im Mai die Waldmeisterbowle gemacht.

Waldmeister

Waldmeister

Ysop (Hysoppus officinalis)

Man kennt Ysop auch als Josephskraut. Die Blätter haben einen leicht bitteren und stechenden Geschmack und werden vor allem zum Aromatisieren von Likören verwendet. Wenn man Ysop sparsam dosiert, dann kann er auch für Eintöpfe und Salate hergenommen werden.

Ysop

Ysop

Zitronengras (Cymbopogon citratus)

Unter Zitronengras versteht man einen Oberbegriff für verschiedene Gräserarten, welche Zitrusöle enthalten und entsprechend nach Zitrone schmecken. Insbesondere in der Asiatischen Küche werden damit Salate und Suppen aromatisiert.

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Dank dem leichten Zitronengeschmack lässt sich Zitronenmelisse gemeinsam mit Gemüse, Salaten, Bowlen, Mixed Drinks, Suppen, Soßen oder Tees verwendetet werden.

Zitronenmelisse

Zitronenmelisse

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