Lebensmittelallergien: Ernährung ein Genuss…

…so sollte es zumindest sein… viele Menschen leiden jedoch an einer Nahrungsmittelintoleranz oder Allergie auf bestimmte Zutaten. Egal ob Fisch, Obst, Nüsse, Eier, Milch oder Getreide, die Anzahl an Unverträglichkeiten nimmt zu und macht das Leben der Betroffenen zum Teil richtig schwer. Aber warum haben wir Lebensmittelunverträglichkeiten?

Ob man Freunde oder ein Restaurant besucht, wer an einer auf Lebensmitteln basierenden Unverträglichkeit oder Allergie leidet, fühlt sich stigmatisiert. Bereits kleinste Reste der falschen Zutat können bei sensibel Reagierenden verheerende Folgen haben: der Magen schmerzt, die Haut juckt, der Rachen kribbelt, der Hals schwillt an – man bekommt keine Luft mehr. Zum Teil sind Lebensmittelintoleranzen und die allergischen Reaktionen darauf lebensgefährlich. Damit werden Mittel, die unser Leben eigentlich erhalten sollten, plötzlich ins Gegenteil verkehrt. Zwar kommt es selten zu Todesfällen, aber nichtsdestotrotz sterben über 200 Menschen jährlich an den Folgen einer Lebensmittelallergie.

Das Risikopotential bei den Betroffenen ist mitunter sehr hoch. So reicht es manchmal aus, dass der Teller nicht ordentlich abgewaschen ist oder der/die Liebste küsst einen nach dem Genuss des falschen Abendmahles. Insbesondere Kinder können schnell mal nach der falschen und damit gefährlichen Versuchung greifen und keiner merkt es schnell genug.

Allergien auf Lebensmittel: Es werden immer mehr

Die Zahl der Betroffenen steigt seit Jahren. Gluten, Laktose, Histamin und Fruchtzucker heißen die Übeltäter, welche genaugenommen keine sind. Der Körper reagiert auf grundsätzlich harmlose Substanzen, als würde er gegen Krankheitserreger kämpfen. Wurde erstmal ein „böser“ Eindringling ausgemacht, so überträgt das Immunsystem das selbe Verhalten potentiell auch auf ähnliche Stoffe und erzeugt damit sogenannte Kreuzallergien. Sie existieren lediglich weil eine andere Allergie bereits vorhanden ist.

Der wahre Übeltäter, so die Meinung vieler Experten, sind die heutigen hygienischen Zustände. Wir brauchen wieder mehr Keime und mehr Dreck. Speziell im Kindesalter wächst die heutige Generation zu steril auf und hat nicht mehr die Chance sich fern von keimfrei verpackter Supermarktware zu ernähren. Der frühe Umgang mit Tieren und deren „Unhygiene“ könnte helfen, denn Kinder, die auf dem Bauernhof aufgewachsen sind, zeigen deutlich seltener allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten. Das betrifft nicht nur Lebensmittel, auch Heuschnupfen beispielsweise kommt seltener vor.

Lebenmittelintoleranz nicht gleich Lebensmittelallergie

Laktoseintoleranz ist ein wahrer Klassiker der Unverträglichkeiten. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Krankheit oder Fehlverhalten des Körpers. Der Mensch ist es einfach nicht gewohnt Milch so weit über das Säuglingsalter hinaus zu trinken. Das Enzym Laktase, zur Spaltung der Milchsäurebakterien in unserem Darm, wird im Laufe des Alters immer weniger gebildet. Ursprünglich war Milch ausschließlich für Babys da und das auch nur vom Menschen für den Menschen und nicht vom Tier für den Menschen. Erst vor etwa 7500 Jahren setzte sich bei manchen Europäern eine Genveränderung durch, welche Laktase auch nach dem Kleinkindalter weiter produzieren ließ.

Was bei Laktoseintoleranz aufgezeigt wurde gilt in ähnlicher Form auch für eine Fruktoseintoleranz. Es gibt Menschen, die einfach stärker auf Fruchtzucker reagieren, vor allem wenn sie größere Mengen davon zu sich nehmen. Das ist aber keine Krankheit, sondern von Mensch zu Mensch individuell unterschiedlich. Wie auch der so mancher stärker auf Sonne oder Hitze reagiert. Folglich nehmen Intoleranzen auch nicht stetig zu. Gefühlte Unverträglichkeiten von Lebensmitteln sind einfach viel häufiger als in Realität wirklich vorhanden. Denn damit Unverträglichkeiten sich signifikant ausbreiten, bräuchte es Generationen und nicht nur zunehmende Berichterstattung in den Medien. Es ist eine Frage der Vererbung und nicht wie bei der Lebensmittelallergie im Laufe des Lebens entwickelt.

Der Hang zur Selbstdiagnose

Etwa jeder Dreißigste leidet an einer Lebensmittelintoleranz, jedoch ist etwa jeder Dritte ist überzeugt von genau einer jener betroffen zu sein. Kaum ist der Stuhlgang etwas weicher, so ist es wohl besser das entsprechend verspeiste zukünftig zu meiden. Produkte mit dem Siegel „laktosefrei“ oder auch „glutenfrei“ sind deutlich teurer, erfreuen sich jedoch zunehmender Beliebtheit. Meist zu unrecht wird davon ausgegangen, dass sie gesünder als das entsprechend „normale“ Pendant seien.

In vielen Fällen ist es nämlich gar nicht so einfach eine Lebensmittelunverträglichkeit oder Allergien zu diagnostizieren. Selbst für erfahrene Ärzte stellt das immer wieder individuelle Herausforderungen entsprechende Symptome auch den richtigen Lebensmitteln zuzuordnen. Bluttests auf Antikörper hin können erste Hinweise geben, jedoch keine Sicherheit bieten.

Provokationstests geben Aufschluss

Wer wirklich sicher gehen möchte, ob er an einer Intoleranz oder Lebensmittelallergie leidet, der kann sich einem sogenannten Provokationstest unterziehen. Dabei werden potentiell verdächtige Lebensmittel gemieden, um anschließend gezielt eingenommen zu werden. Zu empfehlen ist dies aber mit ärztlicher Aufsicht durchzuführen, denn nicht selten werden die Probanden noch stundenlang nach der Einnahme beobachtet, um eventuellen allergischen Schocks beistehen zu können.

Eine Lebensmittelallergie hat den vollständigen Verzicht zur Folge. Wer an einer Unverträglichkeit leidet, der sollte erst einmal vollständig auf jene Zutaten verzichten, die er schlecht verträgt. In der Regel kann man nach einer Zeit die Dosis aber wieder langsam erhöhen und damit herausfinden wie hoch die eigene Toleranzschwelle ist.

Derzeit wird in verschiedener Art und Weise versucht Lebensmittelallergien Herr zu werden. In einer US-Studie wurden bereits erste Erfolge für Nussallergiker verbucht. Dabei wird der Allergiker ähnlich einer Hyposensibilisierung langsam an die Einnahme von Nüssen gewöhnt. Noch ist die Therapie im Versuchsstadium, allerdings zeigen erste Ergebnisse eine Erfolgsquote von 90 Prozent!

Wir haben extra ein Spezial zu Histaminunverträglichkeit erstellt. Dabei gehen wir auf histaminarme Lebensmittel ein, zeigen Symptome von Histaminintoleranz auf und erklären genau was Histamin ist.

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