Sellerie anbauen – pflanzen, ernten und lagern

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Sellerie wird bei uns im Umgangssprachlichen zunächst mit Knollensellerie gleichgesetzt, obwohl dieser nur eine Varietät der eigentlichen Art, dem Echten Sellerie (Apium graveolens), darstellt. Aus dem Supermarkt kennen wir vor allem zwei Varietäten, zum einen der Knollensellerie mit seinen unverkennbar massiven, runden Knollen, und der Stangensellerie oder Bleichsellerie. Beide haben einen sehr intensiven, würzigen Geschmack und sind besonders in der Herbst- und Winterzeit gefragt.

Trotz ihrer nahen Verwandtschaft ist das Anbauen von Knollensellerie und Stangensellerie nicht ganz identisch. Der folgende Artikel informiert im Allgemeinen über das richtige Anbauen, Pflanzen, Ernten und Lagern von Sellerie und weist im Speziellen auch auf die kleinen Unterscheide zwischen den beiden Unterarten hin.

Sellerie pflanzen

Sellerie wird in unseren Breitengraden nicht direkt gepflanzt, sondern muss zunächst über einige Wochen vorgezogen werden. Charakteristisch für dieses Gemüse ist die recht lange Keim- und Wachstumsphase, vergleichbar mit vielen Kohlgewächsen wie Grünkohl oder Rosenkohl.

Das Anbauen von Sellerie beginnt in der Regel im Februar oder März mit der Aussaat der Samen in einem Gewächshaus oder einem gleichmäßig warmen Ort von mindestens 16°C. Unterhalb dieser Temperatur können die Samen nicht keimen bzw. neigen zu frühzeitigem Schossen. Erst nach den Eisheiligen im Mai sind die jungen Sellerie Pflanzen bereit für den Garten. Für die Anzucht sollte man genug Geduld mitbringen, denn vom Samen zur Pflanze vergehen etwa acht Wochen.

Staudensellerie

Es gibt leichte Unterschiede beim Anbau von Knollensellerie und Staudensellerie.

Wie üblich unsere Übersicht mit allem, was man zum Anbauen und Pflanzen von Sellerie wissen muss:

  • Sellerie vorziehen: Februar bis März im Gewächshaus
  • Sellerie pflanzen: Mai
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Optimale Keimtemperatur: 20°C
  • Keimzeit: 15 bis 20 Tage
  • Saattiefe: Lichtkeimer, Samen auf Erde andrücken
  • Bodenbeschaffenheit: nährstoffreich, humos, tiefgründig
  • Kübelbepflanzung: Da Staudensellerie mit etwas weniger Platz auskommen kann als Knollensellerie, eignet er sich auch für eine Kübelbepflanzung. Wichtig ist eine ausreichende Tiefe des Kübels von mindestens 40 cm und ein Durchmesser von mindestens 30 cm für eine einzelne Pflanze. Zusätzliche Pflanzen brauchen weitere 30 cm Abstand zueinander und entsprechend größere Kübel. Geeignete Gefäße sind Terrakotta-Töpfe oder Kunststoffeimer.
  • Sellerie als Balkonpflanze: Sowohl Knollensellerie als auch Staudensellerie sind aufgrund des Platzbedarfs für gängige Balkone weniger geeignet, zumal sie sehr lange bis zur Ernte brauchen.
  • Pflanzabstand: Bewährt hat sich ein Pflanz- und Reihenabstand von 50 x 50 cm. Es gibt einige selbstbleichende Sorten beim Staudensellerie, die mit der Hälfte des Abstands gut zurechtkommen, deshalb zur Sicherheit auf die Anweisungen auf den Saatpackungen achten.
  • Fruchtfolge: Sellerie sollte man nur alle vier Jahre an der gleichen Stelle pflanzen. Geeignete Vorkulturen sind vor allem Hülsenfrüchte, gute Mischkulturen sind Tomaten, Kohlgewächse und Lauch. Bei Problemen mit Kohlweißlingen sollte man Sellerie zwischen den Kohl pflanzen, da er die Schädlinge abwehren kann.

Aussaat-Tipp: Für die Anzucht von Sellerie eignet sich normale Anzuchterde. Nach dem Andrücken der Samen wird empfohlen, diese mit einer dünnen Sandschicht von maximal 0,5 cm zu bedecken und in den ersten Wochen nur wenig zu gießen. So entwickeln sich kräftigere Wurzeln und robustere Pflanzen.

Pflanz-Tipp: Beim Pflanzen ins Beet ist auf die richtige Pflanztiefe zu achten, besonders beim Knollensellerie. Werden die Jungpflanzen zu tief gesetzt, können sich die Wurzeln verformen. Liegen sie zu flach, bilden sich störende Nebenwurzeln aus, was den Knollen schaden kann. Am besten pflanzt man Sellerie genauso tief ins Beet, wie er ursprünglich im Pflanztopf gewachsen ist.

Sellerie pflegen – gießen und düngen

In Sachen Pflege hat es Sellerie durchaus in sich, denn hier gibt es reichlich zu beachten und noch mehr zu tun. Wir geben Tipps, wie und wann man Sellerie richtig gießt und düngt.

Sellerie düngen:  Beim Anbauen von Sellerie sollte man mindestens dreimal düngen: Das erste Mal vor dem Pflanzen und zweimal während der Kulturzeit im Sommer und im Herbst. Sellerie ist an sich ein sehr nährstoffbedürftiges Gemüse und wird nicht ohne Grund als Starkzehrer bezeichnet. Bevor die Jungpflanzen ins Beet gesetzt werden, wird die Erde mit Kompost untermischt, um die nötige Nährstoffbasis zu liefern.

Suppengrün

Knollensellerie ist traditionell ein Bestandteil des Suppengrüns und wird oft gemeinsam mit Karotten, Lauch und Petersilie verkauft.

Während der Kulturzeit von Juli bis Oktober kann kalireicher oder stickstoffreicher Dünger verwendet werden. Wie bei den meisten Gemüsearten gilt auch in diesem Fall: Zuviel Stickstoff verändert den Geschmack der Knollen und sollte deshalb nur in einem gewissen Rahmen ausgebracht werden. Kalidünger sorgt für ein gutes Knollenwachstum, ebenso wie Steinmehl und kleine Mengen Kalk. Auch empfohlen wird Salzwasser: Ein Esslöffel Meersalz auf 3 Liter Wasser reicht für 15 Pflanzen und kann etwa einmal pro Monat angewendet werden.

Sellerie gießen: Während der Anzucht nur wenig gießen. Im August und September hat Sellerie den höchsten Wasserbedarf. Hier dürfen ruhig 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter bewässert werden.

Bodenpflege: Neben einer regelmäßigen Unkrautbekämpfung lohnt es sich, die Erde ab und an vorsichtig aufzulockern, um den Boden zu belüften. Aber Achtung: Knollensellerie ist ein Flachwurzler, deshalb unbedingt darauf achten, die Wurzeln nicht zu verletzen! Wenn die Knolle so groß wie eine Walnuss ist, empfiehlt es sich, die oberen Wurzeln freizulegen. Durch das Austrocknen dieser oberen Wurzeln wird das Knollenwachstum angeregt.

Sellerie ernten

Sellerie ernten

Das richtige Ernten wirkt sich bereits auf die Haltbarkeit des Selleries aus.

Wann kann man Sellerie ernten? Sowohl Knollensellerie als auch Staudensellerie sind ab Oktober erntereif und sollten auch noch vor dem ersten starken Frost geerntet werden. Staudensellerie wird einfach an den Stielen komplett aus dem Boden gezogen, Knollensellerie hebt man am besten mit einer Schaufel aus.

TIPP – Sellerie bei Trockenheit ernten. Um Pilzbefall und Schädlinge zu vermeiden, sollte der Sellerie weder bei Feuchtigkeit geerntet noch im Anschluss gewaschen werden.

Sellerie lagern

Wer Sellerie richtig und möglichst lange lagern möchte, braucht einen kühlen, frostfreien Keller. Beim Lagern sollte man keinesfalls Plastikbeutel für die Knollen oder Stangen nehmen, da sie sonst faulen. Welche alternativen Möglichkeiten es zum Lagern gibt, zeigen die folgenden Punkte:

  • Sellerie im Kühlschrank lagern: Eingewickelt in etwas Zeitungspapier hält sich Sellerie im Kühlschrank ungefähr zwei Wochen.
  • Sellerie einfrieren: Die Knollen einfach in Würfel schneiden und diese in Portionsbeuteln einfrieren – so hält sich Sellerie mehrere Monate und kann nach Bedarf aufgetaut werden.
  • Sellerie in feuchtem Sand lagern: Wer eine Kiste mit feuchtem Sand zur Hand hat, kann Sellerieknollen und Stangen darin hervorragend bis zu zwei Monate lang lagern und frisch halten.
  • Sellerie einkochen: Knollensellerie lässt sich sehr gut einkochen. Dazu schneidet man die Knolle in kleine Scheiben und kocht sie solange, bis man sie mit der Gabel durchstechen kann. Die Scheiben werden in Einweckgläser gegeben, mit Salzwasser aufgefüllt und etwa eine Stunde lang eingekocht.

Fazit: Sellerie anbauen

Knollensellerie und Staudensellerie geben jedem Eintopf und deftigem Gericht eine ganz besondere würzige Note. Leider ist Sellerie für den Selbstversorger ein langwieriges Projekt und in Pflege und Anbau nicht zu unterschätzen. Wichtig ist ein frühzeitiges und ordentliches Vorziehen der Samen, damit man ab Mai kräftige Jungpflanzen ins Beet pflanzen kann. Spätestens Ende Oktober kann man die Knollen und Stauden dann ernten und entweder kühl lagern oder direkt weiterverarbeiten.

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