„Veganer Käse“ wird verboten!

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Das Oberlandesgericht in Trier hat gesprochen und einen Verstoß gegen europäische Rechtsvorschriften festgestellt. Die Begriffe „Käse“ und „Cheese“ sind für vegane Lebensmittel nicht zulässig, da die Bezeichnungen ausschließlich Erzeugnissen aus Milch vorbehalten sind.

Ganz ehrlich… in welcher Zeit leben wir denn? Anscheinend leben wir in einer Zeit, in der zukunftsignorante Richter Urteile fällen, welche ohnehin in wenigen Jahren ad absurdum geführt werden. „Veganer Käse“ wird verboten und muss jetzt wahrscheinlich bald „käseähnliches Nusserzeugnis“ heißen.

Wir sind bereits heute soweit, dass ich mit gutem Gewissen behaupten kann, JEDEM eine vegane Bolognese vorzusetzen und es merkt niemand, ob da tatsächlich Fleisch verarbeitet wurde oder irgendetwas Pflanzliches. Das selbe gilt für Wurstprodukte. Die Qualität ist dem vermeintlichen Original so nahe, dass es eigentlich nicht mehr zu unterscheiden ist. Diese Entwicklung hat sich auf einem komplett neuen Markt in nur wenigen Jahren vollzogen. Geben wir der ganzen Geschichte noch weitere zehn Jahre, so wird kein fleischliches Produkt mehr geschmacklich an ein Pflanzliches herankommen. Bei der Aussage werden alle Fleischliebhaber aufschreien, ich lass mich aber gerne in Zukunft zitieren!

Die Käsereien haben erst sehr viel später den Druck gespürt sich neu zu erfinden und dem veganen Markt etwas rein Pflanzliches zu präsentieren. Was am Anfang in den meisten Fällen kaum zu genießen war, ist heute zum Teil richtig lecker. Auch hier braucht die Lebensmittelforschung nicht mehr lange und man wird in wenigen Jahren veganen Käse – Entschuldigung, ich meinte natürlich käseähnliche Nusserzeugnisse – finden, welche deutlich besser schmecken werden, all so mancher Schrott, der jetzt aus Milch gemacht in den Kühlregalen liegt.

Der große Unterschied wird nicht mehr der Geschmack sein, sondern die Qualität. Es ist gar nicht so einfach Getreide-, Bohnen- oder Nusserzeugnisse so voll mit Antibiotika oder Hormone zu stopfen, wie dies derzeit in der Viehhaltung fast zum Standard gehört.

Ein weiteres Kaufargument wird der Preis sein. Jeder Produzent, der sicher bis drei zählen kann, der weiß dass der Umweg über das Tier teuer ist. Lässt man diesen weg, so können bedeutend Kosten gespart werden und das ohne Qualitätsverlust. Ziehen wir eine Konsequenz aus meiner Prophezeiung: Massenware wird zukünftig eher auf pflanzlicher Basis hergestellt, als aus dem Kuheuter fließen. Es ist besser und billiger und damit einsamer Preis-Leistungssieger. Käse aus Milch wird hingegen zu einem teuren Qualitätsprodukt.

Warum hole ich soweit aus? Ich wiederhole mich gerne, denn zukunftsignorante Richter haben jetzt ein Urteil gefällt, welches in ein paar Jahren ad absurdum geführt ist. Die Masse wird auch in Zukunft weiterhin „Käse“ und nicht „käseähnliche Nusserzeugnisse“ kaufen.

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Letztes Update vom
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5 Kommentare


  1. Mit diesem Artikel hast du das Thema auf den Punkt gebracht!
    Ich finde es teilweise unglaublich warum überhaupt solche Entscheidungen getroffen werden. Ob man „Käse“ oder „käseähnliches Nusserzeugnis“ isst, ist meiner Meinung nach völlig egal und sollte auch den entscheidenden Richtern egal sein. Die Hauptsache ist, dass zukünfitg einfach immer bessere vegane Produkte hergestellt werden. Denn die sind gesünder, nachhaltiger und schmecken teilweise sogar noch besser. Bin gespannt wie sich das entwickeln wird in Zukunft.

    Liebe Grüße, Manu


  2. Du und dein einsamer Kommentator meinen also es sollte den Richtern egal sein, wenn Gesetze klar bestimmen was erlaubt ist und was nicht?
    Und Gesetze durchzusetzen und sie nicht nach Lust und Laune zu ignorieren ist „zukunftsignorant“?
    Aber wenn es dir erlaubt ist deutsche Richter zu beleidigen, dann darf ich ja wohl auch klar meine Meinung dazu sagen: Zu glauben Gesetze müssten nicht befolgt werden, bloß weil man nicht ganz der selben Meinung ist, ist nichts anderes als selbstgerecht.

    Wieso ist dir die Bezeichnung überhaupt so wichtig? Fühlt sich da ein Hardcore-Veganer auf den Schlips getreten? Scheint mir sehr naheliegend zu sein, wenn ich sehe, dass du glaubst, dass die Käsereien irgendeine Art von Druck gespürt und dem nachgegeben haben sollen.
    Du glaubst wohl die ein bis zwei Prozent Veganer, die es in Deutschland gibt, hätten irgendeine Art von moralischem Sieg für die gequälten Tiere davongetragen? Die Käsereien haben jedoch praktisch gar nichts gespürt. Was für einen Druck sollen ein oder zwei Prozent Veganer unter allen Verbrauchern denn bitte bewirken können?
    Stattdessen haben wohl eher ein paar findige Lebensmittelhersteller in den letzten Jahren einen Haufen Gelegenheiten gefunden, sich an Veganern dumm und dämlich zu verdienen – beispielsweise mit sündhaft überteuerten Käseersatzprodukten.
    Ja, denen habt Ihr Veganer es mal so richtig gezeigt – wie sie *euch* so richtig melken können.

    Milchfreie Käseersatzprodukte sind kein Käse. Punkt! Und es ist gut, dass Gesetze irreführende Bezeichnungen bei Lebensmitteln verbieten. Es ist gut, dass man nicht immer erst das Kleingedruckte aufmerksam studieren muss, um zu erfahren, um was es sich bei einem Lebensmittel auch nur ungefähr handelt.

    Du regst dich selbstgerecht darüber auf, dass eine irreführende Bezeichnung, die dir gefallen würde, nicht erlaubt ist. Stell dir doch stattdessen mal die Frage, ob es dir gefallen würde, wenn es derartige Gesetze nicht gäbe und wenn Lebensmittelhersteller Bezeichnungen wie „vegan“, „Bio“, „Gluten“ und dergleichen nach Belieben umdeuten und ohne Auflagen nutzen könnten. „Vegane“ Produkte, die nicht vegan sind, mit Pestizid- und Kunstdünger-Einsatz hergestellte „Bio“-Produkte und glutenhaltige Produkte, die als „glutenfrei“ deklariert werden, nachdem man Gluten einfach irgendwie umbenannt hat. Diese Vorgehensweise nennt man dann „zukunftsorientiert“. Warum? Weil es mir in den Kram passt und ich genauso selbstgerecht sein darf wie du.

    Abgesehen davon wären da noch zwei Dinge:

    1. Es mag für jemanden, der glaubt vegan zu leben sei die Lösung für alle Probleme dieser Welt, schwer zu glauben sein. Aber man kann nicht einfach alle Lebensmittelbestandteile, die einem irgendwie unbequem sind, einfach so durch etwas anderes ersetzen, ganz egal wie idealistisch oder zukunftsorientiert man ist. Käseersatz, der so ähnlich wie echter Käse schmeckt? Klar. Genauso? Vielleicht. Aber dass man einen Großteil der Käsesorten vegan ersetzen kann und zufriedenstellende Ergebnisse erhält, ist schlicht unmöglich, wenn man nicht auf künstliche Aromen und dergleichen zurückgreifen will (was nicht mehr Bio wäre).
    Wenn du nun meinen solltest (was mit Sicherheit viele Veganer meinen werden), dass manche Käsefans dann eben auf ihre Lieblingssorten verzichten müssten, dann wären wir wieder bei der oben erwähnten Selbstgerechtigkeit. Auf seine Lieblingsspeise zu verzichten ist wesentlich schwieriger als darauf zu verzichten ein Produkt aus Cashew, Soja, Hefe usw. als „Käse“ zu bezeichnen.

    2. Ich bin neugierig: Was glauben du und alle anderen Veganer eigentlich, was mit den armen gequälten Nutztieren passieren wird, falls ihr jemals euren großen moralischen Sieg erringen solltet und alle Menschen Veganer werden? Sollen diese Nutztiere dann alle eingeschläfert werden? (aber Hauptsache man hat einen moralischen Sieg errungen) Oder sollen die Nutziere dann alle sterilisiert werden, damit sie sich nicht vermehren können und langsam aussterben? Klar, ein Tier zu sterilisieren kann natürlich auf keinen Fall als Qual betrachtet werden. Oder sollen diese riesigen Nutztierherden unkontrolliert auf irgendwelche Ökosysteme losgelassen werden, sich kräftig weitervermehren dürfen und zukünftig sogar noch größere Mengen Treibhausgase produzieren?


    1. Lieber Stefan,
      gerne möchte ich ein paar Dinge zu deinem Kommentar klarstellen:
      1. Wenn ich jemanden „zukunftsignorant“ nenne, dann ist das keine Beleidigung, sollte es auch nie sein, sondern lediglich eine Feststellung. Lass uns in 10 Jahren darüber nochmal sprechen, dann weißt du was ich meine.
      2. Die Erbsenwurst heißt seit Jahrhunderten „Wurst“, obwohl sie kein Tier enthält, warum sollten nicht auch andere Produkte „Käse“ genannt werden, obwohl da keine Milch enthalten ist. Ein Kinderriegel enthält keine Kinder, Fleischsalat enthält Wurst, aber kein Fleisch, Fleischtomaten enthalten ebenfalls kein Fleisch… Warum darf ich ein Produkt nicht Käse nennen, wenn es nach Käse schmeckt und so aussieht. Es gibt ja Zutatenlisten, die man lesen kann. Im schlimmsten Fall hat man es gekauft und es schmeckt auch noch – wäre ja schrecklich!
      3. Zu deinen „2 Dingen“: Du scheinst ja der absolute Experte für die Herstellung von veganem Käse zu sein, wusst gar nicht, dass das NUR mit künstlichen Aromen funktioniert. Da haben mich wohl sämtliche Hersteller bereits auf dem Markt vorhandener Produkte schlichtweg angelogen. Was für gemeine Bengel!
      Zu deinem zweiten Punkt fällt mir nichts ein… selten sowas dummes gelesen. Erst denken, dann schreiben!
      4. Ich bin kein Veganer und denke trotzdem so… ich hoffe dein Weltbild ist jetzt nicht komplett zerstört!
      LG Daniel


  3. Kommentare zu löschen, bloß weil sie eine andere Meinung als die eigene vertreten, ist übrigens ebenfalls selbstgerecht.

    Solange Veganer nur mit anderen Veganern zu diskutieren bereit sind und nicht mit Nicht-Veganern, die auch mal eine unbequeme Meinung vertreten können, werdet Ihr niemals eine Chance haben mehr als ein paar Prozent der Menschen von Eurer Position zu überzeugen.


    1. Sorry, dass ich auch mal Feierabend mache und nicht Abends noch ein paar Kommentare freigebe. 24 Stunden darf man mir schon lassen. Tatsächlich habe ich kein Problem mit Kritik oder anderen Meinungen und lasse sie hier gerne zu. Auch wenn ich sie persönlich für nicht ganz durchdacht halte!

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