Wildkräuter sammeln – das gibt es zu beachten!

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Jetzt ist eine gute Zeit, um Wildkräuter zu sammeln. Nahe gelegene Wiesen und Wälder sind voll davon. Sie lassen sich wunderbar zu Pesto, Tee oder schmackhaften Ölen weiterverarbeiten. Es ist jedoch sinnvoll ein paar Dinge über das Wildkräuter sammeln zu wissen und entsprechend zu beachten.

Warum sollte man Wildkräuter sammeln?

Es gibt gleich mehrere Gründe, warum man Wildkräuter sammeln sollte. Ganz offensichtlich ist der Geschmack. Wildkräuter schmecken zum Teil sehr intensiv und verbreiten damit im Essen ein ganz und gar unverwechselbares Aroma. Zum Teil sind auch noch reichlich gesunde Bitterstoffe enthalten. Sie helfen nicht nur beim Abnehmen, auch unserer Gesundheit tun sie gut. Zuletzt sind Wildkräuter meist noch voll mit reichlich wichtigen und gesunden Inhaltsstoffen, wie man sie bei gezüchteten Pflanzen oftmals nicht mehr findet. Bei diesen zählt zumeist die Optik oder auch die Lagerfähigkeit, was in der Regel auf Kosten der für unseren Körper wichtigen Nährstoffe geht. Aus diesem Grund werden Wildkräuter nicht selten auch als Heilkräuter eingesetzt.

PS: Wir haben euch hier eine Liste mit bitterstoffreichen Lebensmitteln zusammengestellt!

Wildkräuter – erst bestimmen und dann sammeln

Beim Pilze sammeln ist es jedem klar: Was man nicht kennt, das bleibt stehen! Das gilt für Wildkräuter aber ganz genauso. Wir sammeln nur, was wir auch wirklich kennen und bestimmen können. Genauso wie bei Pilzen gibt es auch bei Wildkräutern Pflanzen, die sich sehr ähnlich sehen. Es kann aber durchaus sein, dass das die eine der beiden ungenießbar, oder im schlimmsten Fall sogar giftig ist. Das wohl bekannteste Beispiel ist der Bärlauch und das Maiglöckchen. Sie wachsen zum Teil auf derselben Stelle und das auch noch direkt nacheinander. Entsprechend hoch ist damit auch die Verwechslungsgefahr.

Es wird deshalb unbedingt empfohlen, gerade als Wildkräuter-Sammel-Anfänger eine erfahrene Person oder zumindest einen Ratgeber dabei zu haben. Es gibt sie Ratgeber online oder als kleine Taschenbücher zum Mitnehmen. Gute Ratgeber zeigen explizit Blattformen, eventuelle Härchen am Stil und auch die Pflanze in verschiedenen Wachstumsstadien. Gerade bei leicht verwechselbaren Wildkräutern kann das wichtig sein. Auch sollte ein Wildkräuter Ratgeber auf eventuelle Verwechslungsmöglichkeiten hinweisen, so dass man darauf achten kann.

Wildkräuter Heilkräuter

Wildkräuter sind nicht nur schön anzusehen, viele von ihnen werden bis heute in der traditionellen Heilkunde angewandt.

Verhaltensregeln beim Wildkräuter sammeln

Wer sich selbst auf den Weg zum Wildkräuter sammeln machen möchte, der sollte nicht einfach losziehen. Der Ratgeber ist das Eine, das richtige Verhalten beim Sammeln das Andere. Es gibt zum Teil ungeschriebene Regeln, sozusagen einen Sammel-Kodex, den jeder einhalten sollte:

  1. Sammle nur was du wirklich brauchst
    Überlege dir vorher, was du mit deinen Kräutern machen möchtest. Sammle nicht übermäßig viel, so bleibt anderen Sammlern nach dir auch noch etwas von der Ernte übrig.
  2. Die Wurzel bleibt drin
    Wildkräuter sind zum Teil recht selten. Entsprechend wichtig ist es, dass die Wurzel nicht rausgerissen wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Pflanze auch im nächsten Jahr noch da ist. Mach nur ab, was du auch verwertest und lass auch von jeder Pflanze so viel stehen, dass sie sich wieder regenerieren kann.
  3. Einzelne Pflanzen bleiben stehen
    Wenn auf weiter Flur nur eine einzelne Pflanze einer Sorte steht, dann bleibt die stehen. Wer sammelt, der sammelt dort, wo sich ganze Gruppen des Krautes befinden. Und es wird auch nicht die ganze Gruppe abgeerntet, sondern auch hier immer noch ausreichend zur Regeneration stehengelassen.

Vielleicht noch ein allgemeiner Hinweis. An Straßenrändern und auch an Orten, an denen viele Hunde Gassi geführt werden, sollte man besser nicht unbedingt nach Wildkräutern suchen. Sie könnten unangenehm verschmutzt sein. Der Fuchsbandwurm gilt zwar weitestgehend als ausgerottet, kann aber durchaus noch vereinzelt vorkommen. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, der sollte sich besser beim örtlichen Forstamt erkundigen.

Wann ist die beste Zeit zum Wildkräuter sammeln?

Wildkräuter sollten dann gesammelt werden, wenn sie das intensivste Aroma entwickelt haben. Man kann das zwar nicht verallgemeinern, aber in den meisten Fällen ist das kurz vor der Blütezeit der Kräuter. Idealerweise wartet man noch bis zu einem sonnigen Tag, besser noch einem sonnigen Tag, dem ein bis zwei regenfreie Tage vorausgegangen sind. So hat sich der Wassergehalt in der Pflanze nochmals reduziert, was den Geschmack noch intensiver macht.

Wildkräutertee

Gerne werden Wildkräuter nach dem Sammeln getrocknet und zu einer aromatischen Teemischung weiterverarbeitet.

Wildkräuter aufbewahren und verarbeiten

Wenn es geht, dann sollte die Wildkräuter Ernte immer direkt verarbeitet werden. So sind sie noch frisch und am aromatischsten. Auch enthalten sie dann die meisten Vitamine und alle andere gesunden Wirkstoffe. So werden Wildkräuter gerne zu Salat, Pesto, Kräuterölen, Pasten oder auch Auszügen in Alkohol oder Wasser verarbeitet.

Wer seine Wildkräuter haltbar machen möchte, der kann sie entweder für kurze Zeit im Kühlschrank aufbewahren. Wer auf eine lange Haltbarkeit aus ist, der sollte besser die Kräuter trocknen. Am schonendsten trocknet man Wildkräuter in Rohkostqualität mit Hilfe eines Dörrgerätes oder man hängt sie zum Trocknen in der Küche auf. Die getrockneten Kräuter sollten anschließend in einem luftdichten und zudem lichtdichten Behältnis aufbewahrt werden.

Eine weitere gute Möglichkeit der Konservierung ist das Einfrieren. Hier muss man sich entscheiden was man will, ganze Blätter halten das Aroma besser, hackt man die Blätter vorab, kann man sie eventuell direkt für Dressings, Soßen und Suppen verwenden. Das Aroma bleibt eingefroren sogar noch besser erhalten, als beim Trocknen.

Fazit: Wildkräuter sammeln

Es lohnt sich seine eigenen Wildkräuter zu sammeln, sowohl gesundheitlich bieten sie viele Vorteile als auch geschmacklich einen Mehrwert für viele Gerichte. Man sollte aber genau wissen was man wann sammeln darf und auch nur die Mengen mitnehmen, die man auch selbst verbrauchen kann.

Bitte beachtet auch, dass Wildkräuter ein kostbares und zum Teil auch sehr rares Gut sind. Behandelt die Natur mit Respekt und denkt immer daran, dass ihr der Natur etwas entnehmt, was auch wieder nachwachsen muss.

Dazu gehört auch, dass man seine Ernte gut haltbar macht, so dass man diese nicht ungenutzt wegschmeißen muss. Hierfür gibt es aber etliche Möglichkeiten. Am besten schmecken die gesammelten Wildkräuter aber direkt frisch im Salat, als Kräuterbutter oder aber auch als feine Würze in der Suppe.

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