Interview mit Christoph Maria Herbst – „wir fressen zu viel Fleisch“

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Wir kennen und lieben Christoph Maria Herbst als psychotischen Abteilungsleiter Stromberg der Capitol Versicherung. Er kann aber auch ganz andere Töne anschlagen, wenn es um sein eigenes Sein geht. In einem Interview erzählt er warum er sich jetzt für eine vegane Ernährung entschieden hat.

Ich liebe Christoph Maria Herbst in seiner Rolle als Stromberg. Noch sympathischer ist er mir – das hätte ich so nicht erwartet – wenn er nachdenklichere Themen anspricht. In einem sehr interessanten und kurzweiligen Interview (nur 6:14min die es wirklich lohnt zu investieren), spricht er über seine eigenen Beweggründe sich vegan zu ernähren.

http://youtu.be/sqaUVh3F6SY

Mehr als nur Inhalt… Begeisterung

Gründe für eine vegane Ernährung sieht er viele und das sind auch bei ihm die Klassiker… Gesundheit, Tierschutz,… das soll jetzt nicht despektierlich klingen, denn diese Gründe wiegen schwer und sind legitim, gut und wichtig.

Was aber noch schwerer wiegt, ist die Begeisterung in den Worten von Christoph Maria Herbst, welche deutlich zu spüren ist. Sie zieht den Zuschauer in seinen Bann und zeigt ganz deutlich, dass es bei ihm „Klick“ gemacht hat. Er will nicht mehr anders… er hat die Entscheidung getroffen und das ist jetzt der Weg, den er gehen wird. Ganz konsequent!

Auch die Themen oder Beispiele, welcher er bei seinen Erläuterungen anführt, haben mich beeindruckt und dabei vor allem aber seine Wortwahl…

„Wir fressen zu viel Fleisch“ – stimmt!

„Wir fressen zu viel Fleisch!“ Ja, da gebe ich ihm völlig recht. Wenn, wie er völlig richtig anführt, der einstige Sonntagsbraten mittlerweile zu einem Werktagsbraten verkommen ist, ist das bedenklich. Wurst und Fleischkonsum bestimmt in weiten Teilen unserer Gesellschaft die tägliche Ernährung…

  • Frühstück: zwei Wurstbrötchen
  • mittags: schnell ein Brötchen mit Leberkäse oder eine Currywurst
  • abends: Schnitzel mit Pommes

…dieser Ernährungsplan ist keineswegs ungewöhnlich. Wer nicht genauer auf sich selbst schauen möchte, kennt bestimmt den einen oder anderen in seinem Freundes- und Bekanntenkreis, bei dem der Speiseplan jeden Tag so oder so ähnlich aussieht… aber Veganern fehlt Vitamin B12… das Totschlagargument gegen eine vegane Ernährung. Die konventionelle Ernährungsweise, lässt vermutlich – ich will mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – bei vielen Menschen einen Großteil aller anderen Vitamine vermissen, da sie sich in Currywurst & Co. vergeblich suchen lassen.

Wie Christoph Maria Herbst ganz richtig anführt, ist das Tier zu einer Produktionseinheit verkommen. „Systemisch läuft da was falsch“…stimmt! Lebewesen sollen leben. In einem Stall eingepfercht zwischen vielen tausend anderer Zeitgenossen, kann man etwa bei der Hähnchenmast nicht von einem würdigen Leben sprechen – das arme Hähnchen

Die Idee – oder das Bild – was Herr Herbst gebraucht wäre eigentlich eine gute Idee: Wenn die Wände eines solchen Betriebes aus Glas wären, würde sich jeder vegan oder vegetarisch ernähren. Was wir da sehen würden, wollten wir oft nicht mehr essen.

In einem Moment der Ruhe hat es „Klick“ gemacht

Christoph Maria Herbst war in seinem Leben an einem Punkt angekommen, an dem er innegehalten hat und bewusster über sein Tun und Handeln nachdachte. Während dieser Zeit hat er sich die Zeit genommen sich intensiv mit veganer Ernährung auseinanderzusetzen. Er nennt exemplarisch drei Bücher die ihm Bewusst werden ließen, was er ändern möchte:

…danach hat es „Klick“ gemacht!

Seit seiner Ernährungsumstellung fühlt er sich nicht nur gesünder und fitter. Er lebt jeden Augenblick viel bewusster – er geniest sein Leben. Das was war kann er nicht mehr ändern und was die Zukunft bringt liegt oft nur wenig in seiner Hand. Umso wichtiger ist es für ihn jetzt jeden Moment, also den Augenblick, ganz bewusst im „Hier und Jetzt“ zu (er-)leben.

…wenn es doch nur wieder den Sonntagsbraten gäbe!

Das für viele eine rein vegane Ernährung unvorstellbar ist, liegt tief in unserer Gesellschaft verankert. Überall lauern tierische Köstlichkeiten, wie Döner, Currywurst oder Bratwürste. Es ist nicht einfach zu widerstehen und auch zu verstehen.

Aber wäre es nicht schön, wenn es zumindest wieder einen Sonntagsbraten gäbe – so wie früher…

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