Phosphate stecken nicht nur im Döner

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Etwa Anfang diesen Jahres gab es einen großen Aufschrei der Lebensmittelindustrie. Eigentlich sollte nur eine rechtliche Lücke geschlossen werden, in der berücksichtigt wird wie viel Phosphat in rohem Dönerfleisch enthalten sein darf. Bisher war nämlich nur die Phosphat-Menge im gegarten Fleisch geregelt und berücksichtigt. Aber die Grünen und SPD legten erfolgreich Einspruch ein, denn sie möchten erst von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa prüfen lassen, ob es neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Gesundheitsgefahr durch Phosphat-Zusätze gibt.

Das prüft die Efsa zur Zeit auch und will das Ergebnis Ende 2018 den Politikern vorlegen. Dann will das Europäische Parlament erneut über die Döner-Spieße und andere Lebensmittel mit Phosphat-Zusätzen entscheiden. Phosphate stecken nämlich in reichlich vielen Lebensmitteln, auch wenn sie als solches selten auf der Zutatenliste zu finden sind. Neben natürlichen Phosphat-Quellen wie in Nüssen, Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Fleisch, Milch und Eier, werden künstliche Phosphate zum Konservieren, Binden und um beispielsweise Käse streichzarter oder schmelzfähiger zu machen, verwendet.

Natürliche Phosphate sind notwendig

Prinzipiell benötigt der Mensch eine gewisse Menge an Phosphaten um den Knochenaufbau zu gewährleisten und die DNA zu schützen. Das sind aber lediglich ca. 800 Milligramm täglich, allein 350g Mischbrot decken die Tagesdosis. Hier kommt aber der große Unterschied von natürlichen und künstlichen Phosphat-Quellen zum Tragen: aus den natürlichen Quellen nimmt sich der Körper in der Regel nur die Mengen an Phosphat die er braucht und scheidet den Rest über die Nieren wieder aus. Das künstliche Phosphat, das als Zusatzstoff verwendet wird, landet frei in der Blutbahn und kann nicht oder nur sehr begrenzt über die Nieren ausgeschieden werden. Der Körper muss daher das Phosphat anderweitig neutralisieren und zwar mit Kalzium, das er sich aus Knochen und Zähnen zieht. Damit trägt künstliches Phosphat in jedem Fall zu Osteoporose und Karies bei.

Gefahren dürfen nicht unterschätzt werden

Für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen kann dieses künstlich zugesetztes Phosphat gefährlich werden. Neben dem erhöhten Risiko für Osteoporose lagern sich Phosphat-Kristalle in den Blutgefäßen ab, was zu Durchblutungsstörungen führen kann und damit zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Selbst bei gesunden Menschen sehen neue Studien eine erhöhte Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankugen, vor allem bei vorbelasteten Menschen.

Aktuell ist es aber sehr schwer die eigene Aufnahme von Phosphaten zu überprüfen, weil es keine Deklarationspflicht für die Phosphat-Menge im Lebensmittel gibt. Dazu versteckt sich der zugesetzte Stoff hinter verschiedenen E-Nummern. Wie immer gilt aktuell also: wer sich gesund ernähren will, verzichtet auf verarbeitete Lebensmittel, Softdrinks und Fast-Food und ja, dazu gehört auch der Döner.

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