Radieschen anbauen – säen, pflegen und ernten

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Radieschen sind beliebte und gesunde Snacks vor allem im Frühjahr und Sommer. Die kleinen roten Knollen sind für Gartenfreunde und Laien schon lange kein Geheimtipp mehr, denn Radieschen wachsen schnell, brauchen nicht viel Platz und können schon nach wenigen Wochen geerntet werden.

Es existieren über 100 verschiedene Radieschensorten zum Anbauen. Manche sind nur für die Aussaat im Frühjahr geeignet, andere nur für den Sommer. Deshalb ist es beim Kauf der Samen wichtig, genau auf die Vorgabe der Verpackung zu achten. Beliebte Sorten für das Frühjahr sind zum Beispiel „Vitus“, „Lucia“, „Knacker“, „Vienna“ und „Eiszapfen“. Geeignete Sorten für den Sommeranbau sind „Sora“, „Parat“ und „Rudi“. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Farbe und Form der Radieschen, sondern auch im Geschmack und vor allem in ihrer Schärfe.

Wir verraten in diesem Artikel alle Tipps, was man zum Radieschen anbauen, säen, pflanzen und ernten wissen muss.

Radieschen Sorten

Es gibt über 100 verschiedene Radieschensorten und die schauen zum Teil sehr unterschiedlich aus.

Radieschen säen und pflanzen

Radieschen sind einjährige Pflanzen und können deshalb nur im Frühjahr ab März bis September angebaut und geerntet werden. Da sie über keinerlei Frostresistenz verfügen, sollte man Radieschen im Frühjahr erst ins Freiland säen, wenn der Boden mindestens 5-10°C warm ist. Diese Temperaturspanne brauchen die Samen, um gut zu keimen.

Radieschen keimen bereits nach einer Woche und wachsen sehr schnell. Wer in regelmäßigen Abständen über den Sommer ernten möchte, kann die Knollen alle vier Wochen nach der Ernte neu säen und pflanzen. Nach einer kompletten Saison sollte man in dem Beet allerdings für mehrere Jahre keine Radieschen und Verwandten mehr anbauen. Mehr zur Fruchtfolge und zum Säen und Pflanzen zeigt unsere Liste:

  • Radieschen säen: März bis September im Freiland oder auf dem Balkon
  • Radieschen pflanzen: April bis September
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Optimale Keimtemperatur: Radieschensamen keimen zwischen 5°C und 21°C; die Mindestbodentemperatur nach dem Keimen sollte mindestens 8°C betragen.
  • Keimzeit: 6 bis 10 Tage
  • Saattiefe: 1 cm, nur leicht mit Erde bedecken
  • Bodenbeschaffenheit: Radieschen kann man mit ganz normaler Gartenerde anbauen (pH-neutral).
  • Radieschen als Balkonpflanze: In Blumenkästen lassen sich Radieschen auch sehr gut auf dem Balkon pflanzen. Normale Blumenkästen bieten Platz für zwei Reihen Radieschen mit einem Abstand von 10 cm und sollten an einen sonnigen Platz gestellt werden.
  • Pflanzabstand: Radieschen am besten im Abstand von 3 bis 5 cm zueinander pflanzen. Der Reihenabstand sollte mindestens 10 cm sein.
  • Fruchtfolge: Radieschen benötigen einen Platz, auf dem vier Jahre lang weder Radieschen, Rettich noch Kohlgewächse angebaut wurden. Ebenso vertragen sie sich weniger gut mit Zwiebeln, Gurken und Basilikum als Nachbarn.

Aussaat-Tipp: Das Säen im März birgt die Gefahr, dass es nach wie vor zu sehr kalten Nächten mit Frost kommen kann. Wer auf Nummer sicher gehen will, schützt die Samen am Anfang mit einer Gartenfolie. Ab April wird normalerweise keine Folie mehr benötigt.

Pflanz-Tipp: Wer nicht viel Platz im Beet hat, kann Radieschen auch als Lückenfüller zwischen andere Gemüsearten pflanzen, wenn ein Mindestabstand von 5-7 cm gegeben ist und die Radieschen genug Sonne abbekommen. Gute Beetnachbarn sind Möhren, Erbsen, Bohnen, Spinat, Salat, Tomaten, Petersilie, Kapuzinerkresse, Mangold und Zucchini.

Radieschen säen

Radieschen lassen sich die ganze Gartensaison über säen und ernten.

Radieschen pflegen – gießen und düngen

Unabhängig von ihrer Sorte sind Radieschen sehr anspruchslos in ihrer Pflege. Die zwei wichtigsten Kriterien für eine gute Pflege sind ausreichendes Gießen und die Einhaltung des Pflanzabstandes, damit die Wurzeln sich gut entwickeln können und die Knollen ausreichend groß werden. Wer zu dicht gesät hat, kann die jungen Pflanzen danach noch verziehen, also zu eng stehende voneinander trennen. Im Folgenden haben wir noch ein paar Informationen zum Gießen und Düngen:

  • Radieschen düngen: Radieschen sind Schwachzehrer und benötigen daher keinen großen Nährstoffbedarf. Wer den Boden vor dem Säen und Pflanzen mit etwas Kompost angereichert hat, braucht die Radieschen nachher nicht mehr düngen. Wichtig ist, den Kompost nur an der Oberfläche einzuarbeiten, da sich die Wurzeln der Radieschen nur flach ausbilden. Mineralischer Dünger und frischer Stallmist sind unbedingt zu vermeiden! Stallmist wird nicht vertragen und färbt die Knollen schwarz.
  • Radieschen gießen: Das Gießen ist bei Radieschen ein zentraler Punkt, denn die Wasserversorgung wirkt sich sehr stark auf den Geschmack und die Schärfe der Knollen aus. Im Sommer sollte man regelmäßig gießen, während der gemäßigten Temperaturen reicht einmal wöchentlich. Radieschen sollten nicht komplett austrocknen, aber auch nicht zu nass werden. Ein gutes Mittelmaß ist hier ideal.
  • Bodenpflege: Regelmäßiges Unkrautjäten und gelegentliches Hacken und Auflockern reicht vollkommen.

Radieschen ernten

Nach nur vier bis sechs Wochen kann man Radieschen bereits ernten. Wer bereits im März gesät oder gepflanzt hat, kann demnach schon im April zum ersten Mal ernten. Die Erntezeit geht bis Oktober – spätestens ab dem ersten Bodenfrost ist es dann vorbei.

Radieschen werden geerntet, indem man die Pflanze an den Blättern aus dem Boden zieht. Kleiner Tipp: Da Radieschen nur wenige Tage frisch bleiben, sollte man nur nach Bedarf und nicht auf Vorrat ernten. Erntereife Radieschen erkennt man daran, dass sie knackig sind und einen Durchmesser von 2-3 cm haben. Wird zu spät geerntet, werden die Knollen holzig und ungenießbar.

TIPP – Radieschen am Nachmittag ernten. Am Nachmittag haben Radieschen den niedrigsten Nitratgehalt und die höchsten Vitaminwerte. Deshalb lieber später am Tag ernten als am Morgen.

TIPP – Radieschen vor der Blüte ernten. Wenn die Pflanzen blühen, sind die Knollen nicht mehr verwertbar. Ein trockener Boden begünstigt die Blüte, daher sollte man das Gießen nicht vergessen.

Radieschen zubereiten

Radieschen ist als Gemüse auch für absolute Gartenneulinge geeignet.

Radieschen lagern

So schnell Radieschen wachsen, so schnell altern sie leider auch. Nach dem Ernten sind sie nur wenige Tage haltbar. Zwei Tipps zum richtigen Lagern haben wir aber auf jeden Fall:

  • Radieschen im Kühlschrank lagern: In ein feuchtes Tuch gewickelt halten sich die Knollen im Gemüsefach des Kühlschranks etwa 2-3 Tage. Ein kurzes Wasserbad macht auch weichere Knollen wieder fit, doch mehr als eine halbe Woche sollte man sie nach Möglichkeit nicht lagern.
  • Radieschen von den Blättern befreien: Wenn man die Blätter nach dem Ernten entfernt, bleiben die Knollen länger knackig. Radieschenblätter sind übrigens sehr gesund und eignen sich prima im Salat oder Smoothie.

Fazit zum Radieschen anbauen

Radieschen sind ein wunderbares Gemüse für kleine Beete, Balkone und ungeduldige Gärtner. Sie kommen mit normaler Gartenerde gut zurecht, brauchen relativ wenig Platz und nur mehr als einen Monat bis zur Ernte. Um den besten Geschmack zu erzielen, sollten die Knollen aber gut bewässert werden und rechtzeitig geerntet werden. Dann steht einem frischen Salat aus Radieschen und Rettich nichts mehr im Weg.

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