Planetary Health Diet – Der Speiseplan der Zukunft

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Es ging ein Ruck durch die Medienlandschaft. Seit letzten Sommer ist der beginnende Klimawandel greifbar geworden und auch die damit verbunden Probleme für Mensch und Natur. Man stellt sich die Frage: was können wir jetzt noch tun? Enttäuscht von der Politik, die sich gefühlt zu stark von den wirtschaftlichen Interessen leiten lässt, sucht man nach Möglichkeiten im Alltag seinen Beitrag zu leisten.

Energiesparmaßnahmen haben einen geringen Effekt

Energiesparen, Fahrrad statt Auto, Zug statt Flugzeug. Nicht mehr die Plastiktüte im Supermarkt kaufen. Einen eigenen Becher für to-go-Getränke besorgen und auch benutzen. Ökostrom beziehen, die Heizung eine halbe Stufe runter stellen, keine technischen Geräte mehr im Stand-by-Modus lassen sondern wirklich ausschalten. LED-Lampen benutzen. Ich denke viele dieser Möglichkeiten nutzt der Durchschnittsdeutsche soweit er kann. Und das ist anstrengend und leider ist der Beitrag trotz all dieser Maßnahmen immer noch viel zu klein.

Klimawandel wird durch unsere Essgewohnheiten bedingt

Jetzt weiß man: einen viel größeren Unterschied macht es, wenn wir darauf achten was wir essen und woher es stammt. Neben dem Kohle- und Ölabbau, den Abgasen durch Flugzeuge, Autos und Schiffe, ist es vor allem die moderne Landwirtschaft die unser Klima nachhaltig schädigt und ineffizient Ressourcen verbraucht. Zudem machen uns unsere Essgewohnheiten krank. Jährlich könnten 20% der weltweiten Todesfälle durch eine bessere Ernährung vermieden werden. 37 Wissenschaftler aus 16 Ländern haben deshalb einen Speiseplan entworfen, der die natürlichen Grenzen des Planeten berücksichtigt, Krankheiten wie Herzinfarkte und Diabetes vorbeugt und so in etwa elf Millionen frühzeitige Tode verhindern könnte. Veröffentlicht wurden Ergebnisse der sogenannten planetary health diet in der Fachzeitschrift „The Lancet“.

Und so sähe der weltweite tägliche Speiseplan der Zukunft aus (bei einem Verbrauch von 2500kcal pro Tag):

  • 232g Vollkorn(Trockengewicht) wie Reis, Weizen, Mais oder andere Vollkornprodukte
  • 50g Kartoffeln oder Maniok
  • 300g Gemüse, davon je 100g dunkelgrünes Gemüse, 100g rotes/orangenes Gemüse und 100g andere Gemüsesorten
  • 200g Obst und Früchte
  • 250g Milch und Milchprodukte aus Vollmilch einschließlich Käse
  • 7g Rind oder Lammfleisch
  • 7g Schweinefleisch
  • 29g Huhn oder Geflügelfleisch
  • 13g Eier
  • 28g Fisch
  • 100g (Trockengewicht) Hülsenfrüchte davon variabel 50g Bohnen, Linsen oder Erbsen, 25g Sojaprodukte, 25g Erdnüsse
  • 25g Nüsse
  • 0-8g Palmöl
  • 40g (bzw. 20-80g) Ungesättigte Öle
  • 0g Milchfett (ist in den Milchprodukten ausreichend enthalten)
  • 0-5g Schmalz oder Talg
  • 31g zusätzlicher Zucker (alle Zuckerarten)

Angaben variieren je nach Alter, Körpergröße, Gewicht und körperlicher Betätigung.

Aber wie viel sind denn zum Beispiel 7g Schweinefleisch? Oder 13g Ei? Ein typisches Rumpsteak kann je nach Zuschnitt zwischen 200-400g wiegen. So gesehen dürfte man also etwa einmal im Monat ein Steak essen gehen. Alle vier Tage etwa ein Ei der Klasse M. Einmal pro Woche ein Fischfilet. Täglich etwa vier Scheiben Käse und ein kleiner Becher Joghurt. Dafür jede Menge Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Klingt streng, aber machbar.

Zur Umsetzung bräuchten wir Hilfe von der Politik

Die Wissenschaftler sind sich bewusst wie massiv wir unsere Essgewohnheiten ändern müssten und appellieren stark auf die Mitarbeit von PolitikerInnen auf allen Ebenen. Außerdem müsse sich nicht nur unser Essverhalten ändern, sondern auch die Landwirtschaft. Sie fordern eine nachhaltige Landwirtschaft die auf fossile Brennstoffe verzichtet und die Biodiversität mit allen Mitteln erhält. Und letztendlich muss die Verschwendung von Lebensmitteln um mindestens 15% verringert werden. All die Ergebnisse und Forderungen decken sich mit dem was Umweltorganisationen seid Jahren befürworten. Die Ernährung deckt sich mit dem was die Weltgesundheitsorganisation für gesund erachtet. Neu aber ist, dass in dieser Studie Mensch und Umwelt einen gemeinsamen Maßstab bilden.

Neuer Trend: planetary health?

Eigentlich haben wir für diese Probleme längst Lösungen gefunden. Ein nachhaltiger, biozyklisch-veganer Anbau von Obst und Gemüse ist möglich, ertragreich und die umweltschonenste Methode die es derzeit gibt. Und gerade den Deutschen täte es gut ihre Ernährung deutlich pflanzenlastiger zu gestalten. Es würde frühzeitige Tode verhindern, das Wohlbefinden fördern und die Krankenkassen entlasten. So lange die Politik sich sträubt müssen eben wir dafür sorgen, dass wir unsere Zukunft nicht selbst kaputt essen. Die planetary health diet wäre ein mehr als lohnenswerter Ernährungstrend.

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