Plastikmüll am tiefsten Punkt der Ozeane gefunden

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Eine Auswertung von Bildern von U-Booten und Tauchrobotern verschafft traurige Gewissheit: Selbst in knapp 10 900 Metern Tiefe finden sich Müllreste aus Plastik. Mit Erreichen einer der tiefsten Punkte der Meere, scheint die Verschmutzung der Ozeane einen Höhepunkt zu erreichen.

Plastikmüll: So tief ist unsere Zivilisation gesunken

Die Daten wurden vom Global Oceanographic Data Center der Japan Agency of Marine-Earth Science and Technology seit 1983 gesammelt und im führenden Journal für Meerespolitik, dem „Marine Policy“, veröffentlicht. Die Analyse der gesammelten Materialien ergab unter anderem, dass selbst am tiefsten Punkt der Ozeane Überreste unserer Zivilisation zu finden sind. Der Rekordhalter ist eine Pastiktüte, die auf 10 898 Metern Tiefe im berühmten Marianengraben trieb. Es sind vor allem diese Art von Wegwerfprodukten, die auf den Bildern der Forscher zu sehen sind, wie Supermarkttüten oder Plastikflaschen. Ihr Anteil liegt bei etwa 92 Prozent. Die Dichte der Plastikmüll-Vorkommen schwankt im Nordpazifik zwischen 17 und 335 Gegenständen pro km² in Tiefen zwischen etwa 1000 und 6000 Metern. Und das teilweise mehr als 1000 km vom Festland entfernt. Für die Verteilung der Größe der Überreste der Gebrauchsgegenständen aus Plastik ergibt sich ein eindeutiges Bild. Während größere Teile eher in Tiefen jenseits der 6000 Meter-Marke zu finden sind, nimmt die Größe tendenziell ab, je Näher die Teile an der Meeresoberfläche treiben. Das ist damit zu begründen, dass das Material durch UV-Licht und den durch die Wellen erzeugten mechanischen Abrieb schneller zersetzt wird, während es in den Tiefen weniger beeinträchtigt wird.

Verbot von Plastikprodukten notwendig?

Die Bilder liefern nicht nur Belege dafür, dass auch große Tiefen im Meer bereits mit Plastik kontaminiert sind, sondern auch, dass sie Flora und Fauna der Tiefsee beeinträchtigen. Einige Plastikteile bedecken die dort lebenden Organismen oder verletzen und beschädigen sie.  Die Ergebnisse der Studie legen vor Augen, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Nur ein umfassendes Verbot von Wegwerfprodukten und strikte Kontrollen der Abfallwirtschaft an Land kann nach Einschätzung der Experten das Problem eindämmen. In Großbritannien scheint die Einführung einer Zwangsabgabe auf Plastiktüten erste Erfolge zu verzeichnen, denn die Zahl der ausgegebenen Tragetüten ging merklich zurück. Parallel dazu wurde ein Rückgang der Zahl der angeschwemmten Tüten an den englischen Küsten verzeichnet. Derzeit diskutiert die Europäische Union über ein Verbot von Einwegplastikstrohhalmen und – geschirr. Weitere Schritte werden hoffentlich bald folgen.

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