Endlich! Über die Hälfte der Schweinebauern wollen aufgeben

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Unter den Sauenhaltern ist man sich wohl relativ einig, so könne es nicht weitergehen. Glaubt man einer Umfrage der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschland, wollen 52,1 Prozent der Mitglieder in den nächsten Jahren ihren Betrieb aufgeben. Stellt sich die Frage, ob das denn wirklich so schlecht ist.

Unzufriedenheit macht sich breit

Es scheint für die Schweinehalter insbesondere drei Gründe zu geben, die sie zu ihrem Schritt bewegen soll in den nächsten zehn Jahren aufzugeben. Kleine Betriebe fühlen sich hierbei deutlich stärker betroffen, als große. Folgende Gründe wurden am meisten genannt:

  1. Zu viele Auflagen (73,5%)
  2. Fehlende Perspektiven (50,3%)
  3. Gesellschaftliche Stimmung (47,9%)

Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage unter 645 befragten Schweinebetrieben. Die Lobby läuft aufgrund der Ergebnisse jetzt Sturm und sieht die komplett regionale Fleischversorgung bedroht.

Ergebnisse sind erklärbar

Das „zu viele Auflagen“ derzeit bei den Schweinezüchtern an erster Stelle steht, ist relativ leicht zu erklären. Dies ergibt sich aus einer derzeitig intensiv geführten Debatte. So ist es ab dem Jahr 2019 verboten Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren. Diese sehr kostengünstige aber für die Tier überaus grausame Methode wird den Bauern jetzt genommen, eine entsprechende Alternative steht allerdings noch nicht fest.

Auch der zweite Punkt ist nachvollziehbar. Schweinefleisch ist zwar immer noch das meistgegessene Fleisch in Deutschland. Der Verbrauch geht aber zurück. Es spricht sich herum, dass Schweinefleisch ungesund ist und nur in Maßen verzehrt werden sollten. Bei gleichbleibender Anzahl der Betriebe kommt es bei geringerem Angebot zu einem zusehenden Preisverfall für die Schweinebauern.

Hinzu kommt, dass Massentierhaltung von vielen Menschen nicht mehr gewünscht wird. Kunden sind sensibler geworden in Bezug auf das Tierwohl. Auch ist inzwischen vielen bewusst, dass mit der übertriebenen Schweinemast auch verheerende ökologische Folgen für Klima und Böden einhergehen. In der breiten Gesellschaft hat der Bauer entsprechend keine gute Stellung mehr.

Ist Veränderung schlecht?

Wenn wir weniger Fleisch essen, dann muss es in der Folge auch weniger Produzenten geben. Fleisch ist einer der größten Klimaschädiger. Wir erleben zunehmend die Konsequenzen des Klimawandels. Es ist für das Wohl von uns allen einfach nur folgerichtig die Ferkelzucht zu reduzieren!

Das Rad der Zeit bewegt sich weiter. Insbesondere junge Menschen verzichten oft ganz oder zumindest weitgehend auf Fleisch und andere tierische Produkte. Sie sehen ihre Zukunft in Gefahr und handeln. Man sollte sich über manche Veränderungen durchaus freuen.

Es ist verständlich, dass einzelne landwirtschaftliche Betriebe sich benachteiligt sehen. Veränderungen sind aber das normalste der Welt. Auch wenn der Vergleich etwas hinkt, aber auch Hersteller von Plattenspieler mussten sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickeln. Mehr Klasse und weg von der Masse könnte entsprechend auch bei der Fleischproduktion ein gangbarer Weg sein.

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Letztes Update vom
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7 Kommentare


  1. So lange diese ach so bewusst lebenden jungen Menschen nicht bereit sind einfach mal mehr zu bezahlen für das Fleisch wird sich doch nichts ändern . Wenn ich sowas schon lese. Der durchschnittliche Leser hat doch nicht den Hauch einer Ahnung wie es in der modernen Landwirtschaft aussieht . Klar ist eine vernünftige Haltung deutlich zu begrüßen und ja die kostet nunmal mehr . Aber wo beginnt diese „massentierhalting “ die so verteufelt wird ,übrigens zum großen Teil von eben diesen Leuten die keine Ahnung haben. Schweine und Kühe sind soziale Tiere. Ein Leben in einer großen Gruppe ist für diese Tiere natürlich . Hier muss selbst redend auf die Art und Weise geachtet werden . Nur kann ich jedem nur empfehlen mal einen modernen gut geführten Schweinestall zu besuchen und sich sowas vor Ort anzuschauen . Es gibt nicht nur Betriebe wo die Tiere schlecht gehalten werden . Und die diese Aussage “ eine Vielzahl isst kein Fleisch oder weniger “ wo ? Im hipsterviertel von Berlin ? Kommt mal aus euren Städten raus .


  2. Na toll, somit werden die Preise steigen, auch in der Massentierhaltung, billig Fleisch wird somit teuer. Ich hoffe das der Hype langsam mal ein Ende nimmt von nicht Fleisch Konsum. Ich lebe nach dem Motto “ Gemüse kann, Fleisch muss“.
    Vegetaria und Konsorten sind oft so Offensiv gegenüber Fleisch esser, warum?
    Ich mecker ja auch nicht darüber das die nur Gemüse verzehren. Das kann doch jeder frei entscheiden. Und Klima Wandel, also bitte. Es gibt massig co2 Quellen auf diesen Planeten, schon sehr lange. Vielleicht sollte man die auch besteuern. Nur mal zur Info, Klimawandel ist ein natürlicher Hergang unseres Planeten, hat es schon immer gegeben und wird es auch weiter geben. Daran ist kein Schweinefurz oder Kuhfurz schuld. Der Mensch hat ihn nur Beschleunigt, so ist das.
    Für mich ist das Geschriebene oben keine verwertbare Information, eher eine eigene Meinung. Gehört eher auf die eigene Facebook Seite., ist absolut nicht neutral, eher von einem Veggi der Fleisch hasst.


    1. Hallo Andi,
      vielleicht vorweg… das Geschriebene kommt nicht von einem „Veggi der Fleisch hasst“. Ich esse sehr wenig Fleisch, aber es kommt tatsächlich vor. Und ja, da schwingt eine durchaus persönliche Meinung mit, das mag ich nicht leugnen.

      Fleisch ist einer der am meisten subventionierten Lebensmittel, ich würde mir wünschen, dass es den Preis den es wert ist auch bekommt. Wenn es nach mir geht, sollte es noch viel viel teurer werden. Es ist etwas ganz besonderes, Tiere sterben dafür und auch wenn du es nicht wahr haben möchtest, es ist einer der größten Treiber der Klimaerwärmung. Du scheinst mir nicht gerade einen Dr. in Klimaforschung zu haben, geschweige denn dich überhaupt ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Man kann durchaus ignorant, dumm und ohne Toleranz durchs Leben laufen, sollte vielleicht aber nicht unbedingt damit hausieren gehen, das wird peinlich 😉


  3. Denkt wirklich Jeder, dann wird alles besser?
    Dann werden noch mehr Transporte von Tieren aus dem Ausland erfolgen, wo keiner nachvollziehen kann, wie die Schweine aufgezogen wurden.
    Alles Augenwischerei- kaum einer wird auf seine Steaks verzichten.


    1. Die Antwort darauf ist aber sehr einfach. Wer kein ekelhaftes, nicht nachvollziehbares Fleisch aus irgendwelchen Ländern kaufen und essen möchte, der muss für ein derart kostbares Produkt wie Fleisch einfach mehr bezahlen. Es wird auch in Zukunft noch qualitativ hochwertige Höfe, die nach besten Standards Fleisch und Wurst produzieren, hier in Deutschland geben. Kostet halt entsprechend mehr. Dann gibt es halt nicht mehr jeden Tag Fleisch auf den Teller.
      Wer nicht auf sein Steak verzichten will und dafür auch zukünftig nicht mehr Geld ausgeben will, der wird immer schlechterer Qualität und immer mehr Giftstoffe, Antibiotika, etc einfach in Kauf nehmen müssen. Dann darf sich aber auch derjenige nicht beschweren wenn es mal wieder irgendwelche Krankheiten gibt. Jeder sollte inzwischen wissen, dass inbesondere bei Fleisch billig nicht gut sein kann. Guten Appetit!


  4. Hallo Daniel,
    bei allen Respekt aber das du über Intoleranz schreibst ist schon gewagt sieh dir mal den Artikel an, das erste Wort in der Überschrift ist Endlich! Das besagt doch das alle nur darauf warten. Es mag ja auch sein das durch die Tierzucht das Klima geschädigt wird aber Kreuzfahrtschiff und Flugzeuge schädigen genauso das Klima! Was macht ein Schweinezüchter eigentlich wenn er aufhört? Ist das nicht seine Lebensgrundlage? Das interessiert aber keinen oder?


    1. Hallo Kane,
      das „endlich“ ist in der Tat meine ganz persönliche Meinung, das bedeutet nicht, dass „alle“ darauf warten. Falls dies jemand anders verstanden hat, dann möchte ich das hiermit nochmals klarstellen.

      Wer sich die Zahlen ansieht, der wird merken, dass unser globaler Fleischkonsum bei der Emission von klimaschädlichen Gasen deutlich vor den Kreuzfahrtschiffen und Flugzeugen steht. Selbst wenn dies nicht so wäre: Es gibt keine Rechtfertigung etwas schlechtes tun zu dürfen, nur weil es etwas gibt, was noch schlechter ist.

      Nichtsdestotrotz, auch beim Flugverkehr würde ich „endlich“ schreiben, wenn beispielsweise die Befreiung der Kerosinsteuer für selbigen zurückgenommen wird und „endlich“ die Branche nicht mehr subventioniert werden würden. Dadurch würden wahrscheinlich auch ein paar Piloten arbeitslos! Das sollte uns die Sache aber wert sein. Nur weil es Arbeit schafft, darf keiner machen was er will und unsere Umwelt zerstören. Wir haben nur den einen Planeten und auf den sollten wir ein wenig besser aufpassen. Es geht nicht, dass ich irgendwann meinem Sohn sagen muss „aber es war doch gut für die Wirtschaft“!

      Der Schweinezüchter wird in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation wieder etwas finden wenn er fleißig ist. Der Großteil der Betriebe hört ja auch nicht von heute auf morgen auf, es handelt sich hierbei in der Regel um nicht weitergeführte Betriebe wenn die derzeitigen Besitzer altersbedingt nicht weiter machen.

      Vielleicht bin ja auch ICH in dem Punkt nicht tolerant genug und sehe es einfach nicht ein, dass wir der nächsten Generation einen Scherbenhaufen hinterlassen.

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