Spinat aufwärmen – wirklich unbedenklich?

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Spinat mit Kartoffelbrei – ein echtes Kindheitsgericht! 😊 Doch nicht bei allen stößt das grüne Gemüse auf Beliebtheit! Während die einen nicht genug davon bekommen können, verziehen die anderen schon beim ersten Bissen das Gesicht. Ja, der Spinat ist definitiv nicht jedermanns Sache. Es gibt allerdings einige Möglichkeiten, wie wir Kindern beibringen können, wieder mehr Spinat zu essen.

Erwachsene sind was Spinat angeht weniger mäkelig, schließlich ist das Blattgemüse super gesund und lässt sich auf vielfältige Weise zubereiten. Was aber, wenn man sich beim Kochen überschätzt hat und nun eine ganze Menge übrig ist? Lässt sich der Spinat am nächsten Tag problemlos wieder erhitzen? Schließlich kursieren im Internet immer noch Gerüchte, dass Spinat aufwärmen giftig ist.

In diesem Artikel räumen wir alle Missverständnisse aus dem Weg und verraten dir, ob Spinat aufwärmen wirklich unbedenklich ist und wenn ja, worauf du achten solltest.

Ist Spinat giftig?

Schadet Spinat wieder aufwärmen der Gesundheit oder handelt es nur um einen Mythos? Spinat enthält eine Menge Nitrat, was in Maßen sogar einen positiven gesundheitlichen Einfluss haben soll: Die Salze versorgen den Körper mit mehr Energie, begünstigen das Muskelwachstum, weiten die Blutgefäße, regulieren den Blutdruck und Blutzuckerspiegel und wirken verdauungsfördernd.

Kommen jedoch Bakterien hinzu, verwandelt sich Nitrat zu Nitrit. Das geschieht vor allem, wenn der Spinat bei Zimmertemperatur gelagert wird. In diesem Zustand verbreiten sich Bakterien am schnellsten. Je länger das Blattgemüse der Raumtemperatur ausgesetzt ist, desto mehr Bakterien entstehen und begünstigen die Bildung von Nitrit. Werden Lebensmittel mit einem hohen Nitrit-Anteil verzehrt, kann es zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen kommen. Deshalb: Spinat immer im Kühlschrank lagern. Hier vermehren sich Bakterien nur langsam und es entstehen wenige Mengen Nitrit, die für den Menschen unbedenklich sind.

Darf man Spinat aufwärmen?

So weit so gut. Was aber ist mit aufgewärmtem Spinat? Der Mythos, dass Spinat erwärmen schädlich sei, stammt noch aus (Ur)-Großmutters Zeiten. Damals gab es noch keine Kühlschränke im Haus und der Spinat wurde bei Zimmertemperatur gelagert. Dadurch bildete sich rasch Nitrit, das wie wir wissen in zu hohen Mengen gesundheitsschädlich ist. Heutzutage brauchen wir allerdings kaum etwas befürchten. Hier haben wir uns näher mit den „Ernährungsmythen: Pilze und Spinat nicht aufwärmen“ auseinandergesetzt.

Spinat richtig aufwärmen – darauf solltest du achten!

Möchtest du deinen gekochten Spinat nochmal aufwärmen, so gibt es ein paar Dinge zu berücksichtigen:

  1. Wenn du Spinatreste übrighast, stelle sie direkt abgedeckt in den Kühlschrank oder:
  2. Kühle diese nach dem Essen ab, um die Nitrit-Bildung bestmöglich zu vermeiden. Eine gute Möglichkeit ist ein kaltes Wasserbad. Gib den kalten Spinat danach in eine gut verschließbare Box und lagere diese im Kühlschrank. Die Kälte hindert die Entstehung von Nitrit, da sich Bakterien bei geringen Temperaturen unter 7 °C nur sehr langsam verbreiten.
  3. Wichtig: Lagere dein gekochtes Blattgemüse nicht länger als 2 Tage, bevor du es aufwärmst, da sich auch im gekühlten Zustand weiterhin geringe Mengen Nitrit bilden.
  4. Erwärme den Spinat bei mindestens 70 °C, um Keime und Bakterien abzutöten.
  5. Spinat zweimal aufwärmen ist nicht zu empfehlen, da der Nitrit-Anteil im Gemüse dann noch höher ist.
  6. Kombiniere deinen aufgewärmten Spinat mit Lebensmitteln, die viel Vitamin C und E enthalten, um die Bildung von Nitrit zu hemmen.

Spinat erwärmen – für Kinder unbedenklich?

Während für Erwachsene kleine Mengen Nitrit ungefährlich sind, sollte man bei Kindern etwas vorsichtiger sein. Das Immunsystem von Kleinkindern ist noch nicht vollständig ausgebildet, sodass schon ein geringer Anteil Nitrit gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Nehmen Kinder bis zu ihrem dritten Lebensjahr zu viele nitrathaltige Nahrungsmittel auf, worunter auch Kohlrabi, Pilze, Radieschen, rote Beete, Sellerie und Mangold, fallen, steigt das Risiko einer potenziellen Nitratvergiftung und einer darauffolgenden Blausucht.

Spinat aufwärmen Schwangerschaft

Spinat ist in der Schwangerschaft sehr gesund, denn es enthält eine Menge Vitamine und Mineralstoffe, die für die Entwicklung des Babys wichtig sind. Grünes Blattgemüse ist reich an Folsäure, wodurch unter anderem Fehlbildungen vorgebeugt werden können.

Wird der Spinat allerdings mehrmals aufgewärmt oder falsch gelagert, steigt auch der Nitrit-Gehalt, was für das Baby gefährlich werden könnte. Säuglinge haben noch kein starkes Immunsystem, weshalb sie auf Nitrit empfindlich reagieren. Für sie kann schon eine winzige Menge gesundheitsschädlich sein, da der Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt werden kann. Daher sollten Schwangere auf Nummer sicher gehen und ihrem ungeborenen Kind keinen aufgewärmten Spinat zuführen. Hole dir auch gerne Rat bei einem Ernährungsberater oder Arzt ein, falls du unsicher bist.

Kennst du schon die 5 Gründe mehr Gemüse zu essen?

Tiefgefrorenen Spinat aufwärmen

Bei tiefgefrorenem Spinat gilt: Diesen nicht vorab auftauen, sondern direkt in den Topf geben und erhitzen. Erwärme ihn für zwei Minuten bei 70 °C, um Keime abzutöten. Spinatreste anschließend kühl lagern.

Spinat aufwärmen Mikrowelle

Es spricht nichts dagegen Spinat in der Mikrowelle zu erwärmen, wenn du ihn vorher im Kühlschrank gelagert hast. Damit Nitrat zu Nitrit wird, braucht es dauerhafte Wärme. Wenn Spinat erhitzt wird, egal in welcher Form, entsteht Nitrit. Die geringe Anzahl ist für einen Erwachsenen allerdings ungefährlich.

Ist roher Spinat ungefährlich?

Wenn du empfindlich auf Nitrat reagierst, solltest du von dem Verzehr von rohem Spinat absehen. Greife stattdessen auf gekochten Spinat zurück, da dieser weniger Nitrat enthält. Wusstest du, dass Frühlings- und Sommersorten weniger Nitrat beinhalten als der Winterspinat? Hast du einen eigenen Garten, kannst du Spinat selbst anbauen. Achte darauf das Blattgemüse zu ernten, bevor es anfängt zu blühen. Der Boden sollte nitratarm sein und auf Dünger solltest du idealerweise verzichten, da die Pflanzen die Salze rasch über die Wurzeln aufnehmen können.

Fazit: Spinat aufwärmen – wirklich unbedenklich?

Möchtest du Babyspinat, tiefgefrorenen Spinat oder Blattspinat wieder aufwärmen, so ist das kein Problem, wenn du ein paar Dinge berücksichtigst. Früher wurde das grüne Gemüse bei Zimmertemperatur gelagert, wodurch sich hohe Mengen Nitrit bildeten, die gesundheitliche Folgen nach sich zogen. Lagerst du deine Spinatreste jedoch im Kühlschrank, bleibt der Gehalt von Nitrit sehr gering und ist unbedenklich. Babys und Kleinkindern solltest du allerdings keinen aufgewärmten Spinat geben, da diese empfindlicher auf das enthaltende Nitrit reagieren als Erwachsene.

Bist du auch so ein großer Spinat-Liebhaber? Dann probiere unbedingt unsere Spinatcremesuppe mit angebratener Mairübe oder unseren japanischen Spinat-Salat mit Sesam. 😊

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