Stiftung Warentest: Mineralwasser auf dem Prüfstand

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Stiftung Warentest hat in einer aktuellen Untersuchung insgesamt 52 Mineralwasser vorgenommen und deren Qualität überprüft. Ausgerechnet Billig-Wasser aus dem Discounter schnitten besonders gut ab.

Vier der fünf besten Mineralwasser sind vom Discounter

Für ihre jährliche Mineralwasser-Qualitätskontrolle hat Stiftung Warentest wieder umfassende Tests durchführen lassen. Neben Geschmacks- und Geruchstests wurden an den Wassern auch Untersuchungen hinsichtlich Mineralstoffgehalt einerseits und Schadstoffbealstungen andererseits durchgeführt. Auch die Verpackungen wurden bewertet. Dabei kommt Stiftungwarentest einmal mehr zu dem Ergebnis, dass teuer nicht unbedingt besser ist. „Vier der fünf besten Classic-Mineralwasser kosten nur 13 Cent je Liter“, kann man im Bericht nachlesen. Unter den Gewinnern ist ein Wasser von Aldi Süd (Aqua Culinaris Kurfels), zwei von Netto (Naturalis Vitalbrunnen, Naturalis Quintus-Quelle), ein Wasser von Rewes Eigenmarke Ja (Waldquelle) und das Wasser von Adelholzener, dass jedoch mit 61 Cent pro Liter deutlich teurer ist als die ebenso guten Discount-Produkte. Immerhin 17 der 30 Wasser mit hohem Kohlensäuregehalt schnitten mit „gut“ ab, 11 „befriedigend“ und zwei mit „ausreichend“.

Zu den Verlierern gehört Kauflands K-Classic (Urstromquelle Spritzig), das wegen einem penetranten Geschmack nach Acetaldehyd durchfiel. Der Stoff entsteht bei der Herstellung von PET-Flaschen und kann in das Wasser übergehen. Der Stoff wurde in allen Mineralwassern nachgewiesen, allerdings in so geringen Mengen, dass für die Gesundheit der Verbraucher keine Gefahr besteht. Um das Wasser der Marke Berg Quelle sollte man allerdings einen großen Bogen machen. Zwar erfüllt es alle Bedingungen der Tafelwasserverordnung, doch fanden die Tester in diesem Wasser einen leicht erhöhten Gehalt an Stäbchen-Bakterien, die für Menschen mit schwachen Immunsystem bedenklich sein können. Auch wurden in manchen Proben Uran- und Nickelrückstände nachgewiesen, die allerdings ebenfalls die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreiten. Gleiches gilt für Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln.

Leitungswasser: Der heimliche Sieger

Bei den Discount-Wassern gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass diese aus unterschiedlichen Quellen stammen können. Daher sollte man unbedingt einen genauen Blick auf die Etiketten werfen. Der Sieger von Aldi Süd, Aqua Culianris Kurfels, wird hauptsächlich am Niederrhein, im Ruhrgebiet und in Rheinland-Pfalz vertrieben. Außerdem ergibt die Untersuchung des Mineralstoffgehaltes eine völlig andere Bestenliste. Nur vier Mineralwässer konnten hier überzeugen: Apollinaris, Gerolsteiner, Markgrafen und Frische Brise. 14 der 30 getesteten Classic-Wasser enthielten sogar weniger Mineralstoffe als durchschnittlich das deutsche Leitungswasser. Dies ist darauf zurückzuführen, dass seit einer EU-Reform im Jahr 1980 Mineralwasser keinen Mindestgehalt an Mineralstoffen mehr vorweisen müssen.

Das ist mit einer der Gründe, weshalb Experten dazu raten, gleich auf das ebenso gehaltvolle, dafür aber umweltfreundlichere Leitungswasser zurückzugreifen. Denn Plastik-Flaschen sind eine extreme Belastung für die Natur. Nicht nur, dass durch ihren Gebrauch Mikro-Plastik-Partikel in den Wasserkreislauf gelangen, auch verbraucht der Recycling-Prozess Ressourcen. Dazu kommen lange Transportwege. Nicht nur die Umwelt wird geschont, man selbst spart sich unter anderem das Kistenschleppen. Auch im Preis schlägt das Leitungswasser seine mit Kohlensäure versetzten Kollegen aus dem Supermarkt – selbst die aus dem Discounter.

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