WHO verlangt Werbebeschränkung für Bier und andere Genussmittel

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Immer mehr Kinder und Erwachsene leiden an Übergewicht.  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert daher neben mehr Bewegung und Sport auch eine Einschränkung von Werbung für dickmachende Genussmittel wie Süßigkeiten oder Junkfood. Und Bier.

Die WHO bezieht sich in ihren Überlegungen auf die Statistiken des Wissenschaftler-Netzwerks NCD-RisC. Laut diesen hat sich zwischen 1975 und 2016 der Anteil an übergewichtigen und fettleibigen Kindern in Deutschland mehr als verdoppelt. Besonders kritisch ist der Anstieg an fettleibigen Jungen von 3,3 auf 11,2 Prozent. Die USA ist hier mit 23,3 Prozent auf der Spitzenposition. In Indien dagegen lag der Anteil an fettleibigen Jungen nur bei 2,4 Prozent.

Ursachen für die zunehmende Gewichtsproblematik sind vor allem  der Bewegungsmangel und die schlechten Ernährungsgewohnheiten in unserer modernen Gesellschaft. Um die Probleme in den Griff zu bekommen empfiehlt die WHO mehr Schulsport, sowie eine erhöhte Integration von sportlichen Betätigungsmöglichkeiten in der Städte- und Verkehrsplanung. Aber auch in Sachen Ernährung sieht die Organisation dringenden Handlungsbedarf.

Laut der WHO-Ernährungswissenschaftlerin Juana Willumsen reiche es offensichtlich nicht aus auf eine freiwillige Selbstkontrolle der Hersteller zu setzen, die die betroffenen Lebensmittel produzieren. Werbung müsse stärker überwacht und reguliert werden und Verstöße härtere Strafen zur Folge haben. Auch die Verbraucherorganisation Foodwatch sieht die Politik in der Pflicht, Heranwachsende vor der Flut an Süßigkeiten oder salzig-fettigen Snacks durch die Lebensmittelindustrie zu schützen.

Junge Menschen bis 16 seien für Werbung besonders anfällig, meint Willumsen. Derzeit verzichten Produzenten von Süßwaren- und getränken oder Junkfood nur auf Werbemaßnahmen in Programmen für die Zielgruppe unter fünf. Daher betrachtet die Ernährungsexpertin das Projekt „frewilligen Selbstkontrolle“ durch die Lebensmittelindustrie als gescheitert: „Es funktioniert nicht.“

Neben dem steigenden Softdrinkkonsum trägt möglicherweise auch Bier grundlegend zum steigenden Gewicht unter Erwachsenen und Jugendlichen bei. Ein Werbeverbot für das flüssige Brot scheint daher naheliegend.

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